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Manuscript Department

Der Nachlaß der Journalistin Margret Boveri (1900 - 1975)

Zur Person

Margret Boveri wurde 1900 als Tochter der Biologen Theodor und Marcella Boveri in Würzburg geboren. Nach dem Abitur 1920 studierte  sie an der Universität Würzburg, wo sie sich im Oktober für die Fächer Englisch, Italienisch, Geschichte, Germanistik und Zoologie einschrieb. Im Fach Germanistik legte sie 1924 ihr Staatsexamen ab. Sie unterbrach 1927  ihre Studien mit einem Aufenthalt als Sekretärin im Zoologischen Institut Neapel . 

Nach der Rückkehr im Oktober 1929 schrieb sie sich in Berlin an der Hochschule für Politik und  der Friedrich-Wilhelm-Universität für die Fächer Neuere Geschichte und Philosophie ein. Sie promovierte 1932 zum Thema „Persönlichkeiten und Apparat der außenpolitischen Geschäftsführung unter Sir Edward Grey“ bei Hermann Oncken. Der Wunsch in die Publizistik einzusteigen, wurde mit der Anstellung als Volontärin in der außenpolitischen Redaktion des Berliner Tagesblatts wahr. Hier begründete sich ihre lange Freundschaft mit Paul Scheffer, dem Chefredakteur der Zeitung. Im Auftrag der Zeitung unternahm Margret Boveri 1936 Auslandsreisen, nach Ägypten, den Sudan oder nach Malta. 1938 folgte eine größere Orientreise. 

Inspiriert durch diese Erfahrungen schrieb sie neben Zeitungsreportagen auch erste Bücher. (Alle weiteren Titel im Stabikat.)

Von 1939 bis 1943 arbeitete sie als Auslandskorrespondentin für die Frankfurter Zeitung (FZ) erst in Stockholm und später New York. 1942 kehrte sie jedoch nach Europa zurück. Hier arbeitete sie wieder für die Frankfurter Zeitung.  Nach dem Verbot der FZ arbeitete  sie zwischenzeitlich in Madrid als Verfasserin von Botschaftsberichten, bevor sie im März 1944 zurückkehrte und als freie Mitarbeiterin auch bei der nationalsozialistischen Wochenzeitung „Das Reich“ über Amerika berichtete. Als Augenzeugin erlebte sie den Einmarsch der Roten Armee. Im Sommer 1945 wurde sie von Emil Dovifat, dem  Mitbegründer der CDU und Herausgeber der neuen Tageszeitung Neue Zeit zur Mitarbeit eingeladen, sie schrieb auch für die einzige Abendzeitung Berlins, den Kurier, die Badische Zeitung  in Freiburg und den 1947 gegründeten Merkur.

Für ihre Arbeit erhielt sie  in den folgenden Jahren unter anderem 1968 den Deutschen Kritikerpreis und 1970 das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement zur Verständigung von Ost und West. Am 6. Juli 1975 verstarb Margret Boveri in Berlin. 

 Zum Nachlass

Noch zu Lebzeiten vermachte sie  ihren umfangreichen schriftlichen Nachlass der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Der  in 240 Kästen verwahrte  und katalogisierte Nachlass von Magret Boveri liegt daher  fast vollständig in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin.Er wird durch den Verbundkatalog Kalliope erschlossen, weitere  Standortnachweise  ebenfalls in Kalliope.

Er enthält Briefe an und von Magret Boveri, Werkmanuskripte, Bücher, Fotos, Lebensdokumente und Sammlungen, vor allem Zeitungsausschnitte, für ihre journalistische und publizistische Arbeit.

Der Briefwechsel zwischen Magret Boveri und ihrer Mutter Marcella, einer gebürtigen Amerikanerin, die nach dem Tod ihres Mannes im Januar 1925 zurück ging und am Albertus Magnus College  NewHaven bis 1942 lehrte, umfasst gut 500 Briefe. Rundbriefe an ihre Freunde und Verwandten in der ganzen Welt dienten als Grundlage für ihre journalistische Arbeit. Auf ihren Wunsch hin wurden die Originalbriefe wieder an sie zurückgesandt.Der Nachlass ist daher wegen der intensiven Korrespondenz Boveris mit berühmten Zeitgenossen wie Carl Zuckmayer, Theodor Heuss, Ernst Reuter und Alfred Döblin besonders wichtig. Dazu gehört auch ihr Briefwechsel mit den renommierten deutschen Zeitungen wie Frankfurter Zeitung und Berliner Tageblatt. Weiterhin sind Korrespondenzberichte und veröffentlichte Artikel von Bedeutung. Der Nachlass enthält Materialien aus ihrem gesamten Leben, der Schwerpunkt des Nachlasses liegt allerdings im Zeitraum vom Beginn ihrer journalistischen Karriere 1933 bis zu deren Höhepunkt Ende der sechziger Jahre.  

Eine Publikation von Ralf Breslau stellt Objekte aus dem Nachlass vor.