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Manuscript Department

Joseph von Eichendorff (1788-1857)

Umschlagfoto zu "Mich aber zog ein wunderbares Streben ..."
Umschlagfoto zu "Mich aber zog ein wunderbares Streben ..."

Nirgends weltweit — abgesehen von den noch reicheren Sammlungen des Freien Deutschen Hochstifts in Frankfurt am Main — werden mehr Eichendorff-Handschriften verwahrt als in der Staatsbibliothek zu Berlin. 

Der Nachlass wird erschlossen durch den Verbundkatalog Kalliope.

Unter dem Titel„Mich aber zog ein wunderbares Streben“ erschien eine Veröffentlichung zu seinem 150. Todestag.

Die Publikation  gibt mit 50 Autographen und Drucken einen Einblick in sein lyrisches Schaffen in den Jahren von 1807 bis 1854.

Das  Gedicht " Mondnacht" erschien  2015 allein  als Berliner Faksimile 10 der Staatsbibliothek zu Berlin.

 

 

18 Blätter mit handschriftlichen Entwürfen oder Reinschriften seiner Gedichte, drei eigenhändige Briefe beziehungsweise Briefentwürfe, Erstdrucke seiner Lyrik in literarischen Zeitschriften sowie illustrierte Ausgaben von „Aus dem Leben eines Taugenichts“ repräsentieren das Schaffen und das Leben Joseph von Eichendorffs. Unter den  Autographen ist auch die einzige überlieferte Handschrift des berühmten Gedichts „Mondnacht“, ergänzt durch die Musikhandschrift der Vertonung durch Robert Schumann, die sich ebenfalls im Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin in der Musikabteilung- befindet.

Es ist dem Bibliothekar Professor Dr. Heinrich Meisner (1849-1929), der in der Königliche Bibliothek viele Jahre in leitenden Positionen tätig war, zu verdanken, dass ein großer Nachlassteil Eichendorffs bereits 23 Jahre nach dessen Tod in diese Bibliothek fand. Vermutlich verkaufte die Tochter Eichendorffs, Therese, die ihr nach der Aufteilung der väterlichen Handschriften unter den drei Kindern zugefallenen 250 Blätter später weiter. Über mehrere Stationen gelangten die Autographe im Jahr 1880 in die heutige Staatsbibliothek zu Berlin. 

Einen besonderen Wert maß man den Autographen damals nicht bei, zu wenig entsprachen sie der Vorstellung vom ‚schönen’ und makellosen Autograph, waren unter dem Aspekt der Ästhetik eher unattraktiv, und entsprechend gering war der Kaufpreis von 36 Mark. Heute liegt die Bedeutung der Eichendorff-Autographe gerade darin, den ‚work in progress’-Charakter des Dichtens zu dokumentieren: Zahllose Streichungen und Überschreibungen sowie der Willen, den Papierbogen bis zum Äußersten auszunutzen, dokumentieren den Schaffensprozess, geben Einblick in die Genese eines literarischen Werks.