Handschriften

Inkunabeln / Gesamtkatalog der Wiegendrucke

Die Erfindung des Buchdrucks um das Jahr 1450 durch Johannes Gutenberg  zählt zu den bedeutendsten Ereignissen der Menschheitsgeschichte. Die Produkte dieser frühen Druckkunst heißen Inkunabeln oder Wiegendrucke. Der Begriff "Inkunabel" (lateinisch incunabula = Windeln, Wiege) meint ursprünglich das Stoffband, mit dem kleine Kinder gewickelt wurden. So erklärt sich auch der Begriff "Wiegendruck": der Buchdruck war der Kinderwiege noch nicht entwachsen. In der wissenschaftlichen Forschung werden alle vor dem 1. Januar 1501 vollendeten und mit beweglichen Metallbuchstaben gedruckten Bücher und Einblattmaterialien als Inkunabeln/Wiegendrucke  bezeichnet.
Um den Erwartungen des damaligen Lesepublikums gerecht zu werden, mußte die neue Produktionstechnik  die ursprünglich handgeschriebenen und kunstvoll kolorierten Bücher nahezu vollständig imitieren. Bilden Sie sich selbst ein Urteil über den Charme dieser frühen Drucke und blättern Sie in der digitalisierten Gutenberg-Bibel!
Die Staatsbibliothek zu Berlin arbeitet seit 1904 an der weltweiten Verzeichnung aller noch vorhandenen Inkunabeldrucke. Der im Inkunabel-Referat erarbeitete Gesamtkatalog der Wiegendrucke  gilt dabei als das umfassendste bibliographische Inkunabelverzeichnis der Welt.
In unserem Lesesaal im Gebäude Unter den Linden bieten wir Ihnen nicht nur den Zugriff auf unsere umfangreichen und erlesenen Bestände, sondern auch die Nutzung einer in ihrer Sammlungsvielfalt unübertroffenen Handbibliothek (keine Ausleihe).

Im Moment ist der Lesesaal geschlossen. Die Eröffnung findet  im Sommer 2020 statt.