Diese Website setzt Cookies ein. Für die Nutzungsanalyse wird die Software Piwik verwendet.
Wenn Sie der Nutzungsanalyse widersprechen oder mehr über Cookies erfahren möchten, klicken Sie bitte auf die Informationen zum Datenschutz.

E.-T.-A.-Hoffmann-Archiv

Hoffmanns Federzeichnung zum Sandmann

Die Federzeichnung von 1815 zum „Sandmann“ wurde in wenigen Minuten  gezeichnet. Sie sollte dem Herausgeber die noch nicht geschriebene Erzählung veranschaulichen. Hoffmanns Freund und erster Biograph berichtete, daß er die Zeichnung „..aus den Handzeichnungen ausgesucht, um zu zeigen, wie Hoffmann die Gestalten, die er auftreten ließ, lebendig vor sich stehen sah. Er erzählte dem Herausgeben den Inhalt des Sandmanns, den er sich zu schreiben vorgesetzt, und warf, während des Sprechens die Szene…auf ein vor ihm liegendes Stück Aktenpapier.“

Hitzigs Bericht ist insofern erstaunlich, als die Zeichnung eine so wortgerechte Illustration ist, dass man sie nicht vor dem geschriebenen Werk datieren würde. Hoffmann muß in der Tat Gestalten und Inhalt des noch nicht schriftlich fixierten Werkes lebendig vor Augen gehabt haben.

Auf der Zeichnung ist ein Kindheitserlebnis von Nathanael dargestellt. Hinter einem Vorhang versteckt erlebt das Kind Nathanael mit Angst und Entsetzen, wie sein Vater den dämonischen Advokaten Coppelius in der Nacht zu alchimistischen Experimenten empfängt. Der Vater, im Schlafrock und Zipfelmütze, begrüßt in demütiger Verbeugung den Riesen Coppelius, welcher deutlich als böser Eindringling gekennzeichnet ist. Er kommt als Fremder in robuster Wanderkleidung, den Hut an den Körper gedrückt, in ein friedliches Heim, in dem man sich schon zur Ruhe begeben hat. […]

Aus: Riemer, Elke: E.T.A. Hoffmann und seine Illustratoren.. Hildesheim 1976. S. 2-3.