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E.-T.-A.-Hoffmann-Archiv

Kurtzer Entwurff der politischen Klugheit

Kurtzer Entwurff der politischen Klugheit


Kurtzer Entwurff der politischen Klugheit

Christ. Thomasii kurtzer Entwurff der politischen Klugheit, sich selbst und andern in allen Menschlichen Gesellschafften wohl zu rathen, und zu einer gescheiden Conduite zu gelangen; Allen Menschen, die sich klug zu seyn düncken, oder die noch klug werden wollen, zu höchstnöthiger Bedürffniß und ungemeinem Nutzen nebst besondern Anmerckungen, Leipzig 1744 (Signatur 1 : 50 MA 26758).

Christian Thomasius' Kurtzer Entwurff der politischen Klugheit spielt in einem Hoffmann-Werk eine wichtige Rolle:

'Was raten, was helfen', unterbrach Tusmann den Goldschmied, 'ei, bester Herr Professor, Sie müssen mich für ungemein leichtsinnig und unverständig halten, wenn Sie glauben, daß ich blindlings ohne Rat und Überlegung zu handeln im Stande wäre. Jeden Schritt, den ich tue, erwäge und bedenke ich weislich, und als ich mich in der Tat von dem Liebespfeil des losen Gottes, den die Alten Cupido nannten, getroffen fühlte, sollte da nicht all mein Dichten und Trachten dahin gegangen sein, mich für diesen Zustand gehörig auszubilden? Wird jemand, der ein schweres Examen zu überstehen gedenkt, nicht emsig alle Wissenschaften studieren, aus denen er befragt werden soll? Nun, verehrtester Herr Professor, meine Heirat ist ein Examen, zu dem ich mich gehörig vorbereite und in dem ich wohl zu bestehen glaube. Sehen Sie, bester Mann, dieses kleine Buch, das ich, seit ich mich zu lieben und zu heiraten beschlossen, beständig bei mir trage und unaufhörlich studiere, sehen Sie es an und überzeugen Sie sich, daß ich die Sache gründlich und gescheut beginne, und keineswegs als ein Unerfahrner erscheinen werde, ungeachtet mir, wie ich gestehen will, das ganze weibliche Geschlecht bis dato fremd geblieben.'

Aus: E.T.A. Hoffmann, Die Brautwahl.