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Für Forschung und Kultur

Allgemeines

Die Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

Als größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands ist die Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz ein Zentrum der nationalen und internationalen Literaturversorgung. Über 11 Millionen Bände umfasst allein ihr seit mehr als 350 Jahren gewachsener Druckschriftenbestand, hinzu kommen über 2,2 Millionen weitere Druckwerke und andere oft unikale Materialien in den Sondersammlungen - darunter abendländische und orientalische Handschriften, Musikautographe, Autographe und Nachlässe, Karten, historische Zeitungen - sowie mehr als 10 Millionen Mikroformen und im Bildarchiv über 12 Millionen Motive. Eine ständig wachsende Zahl an Datenbanken und anderen elektronischen Ressourcen ergänzen die Bestände. Die Qualität ihrer Sammlungen und ihre vielfältigen Dienstleistungen prägen weltweit das besondere Ansehen der Bibliothek.

Die Staatsbibliothek zu Berlin (SBB-PK) gehört zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), welche von allen Ländern und dem Bund getragen wird. Die historischen Sammlungen der Bibliothek stehen in enger Beziehung zu den Sammlungen der anderen Einrichtungen der SPK; sie umfassen alle Fachgebiete und werden fortlaufend ergänzt. Für die modernen Sammlungen mit Schwerpunkten bei den Geistes- und Sozialwissenschaften wird wissenschaftlich relevante Literatur in inhaltlich tiefer Staffelung beschafft. Neben dem kontinuierlichen Erwerben und Bewahren von Literatur aus allen Zeiten, allen Ländern, allen Sprachen sowie in jeder Form ist deren Erschließung und Nutzbarmachung zentrale Aufgabe der Bibliothek.

Die weit gefächerten Qualifikationen der Beschäftigten sowie der Betrieb, die Pflege, der weitere Ausbau und die Modernisierung der Gebäude und Standorte mit den Magazinen, Lesesälen und Büros sichern die Erfüllung der nationalen und internationalen Aufgaben der Bibliothek.

Die Dienstleistungen der Bibliothek sind darauf ausgerichtet, Benutzerinnen und Benutzer bei ihren Recherchen in den Beständen der Staatsbibliothek, in Datenbanken und weltweit verfügbaren Informationsquellen zu unterstützen und diese für ihre Forschungszwecke nutzbringend auszuwerten.

Als Magazinbibliothek bewahrt die Staatsbibliothek den größten Teil ihrer Bestände in geschlossenen Bereichen auf, daher wird großer Wert darauf gelegt, dass der in seiner Zusammensetzung einzigartige Literaturbestand jederzeit umfassend recherchierbar und rasch verfügbar ist. Die Erschließung der Bestände und ihr elektronischer Nachweis sowie ein effizienter Benutzungsbetrieb garantieren dies.

Als Archivbibliothek mit dem Auftrag, nationales und Weltkulturerbe zu sammeln und dauerhaft zu bewahren, legen die Staatsbibliothek und ihre Unterhaltsträger größten Wert auf den Schutz und die Erhaltung der Bestände. Mit modernen Tresoranlagen und entsprechender Sicherheitstechnik werden ausgewählte Bestände unter konservatorisch besten Bedingungen aufbewahrt. In technisch hervorragend ausgestatteten Werkstätten sorgen die Experten für Bucherhalt und Restaurierung für die Bewahrung des Kulturguts.

Zwei Häuser

Eine Bibliothek mit zwei Standorten

Die Staatsbibliothek zu Berlin hat ihren Sitz in zwei bedeutenden, denkmalgeschützten Gebäuden im Zentrum der deutschen Hauptstadt: Am Boulevard Unter den Linden und am Kulturforum/Potsdamer Straße. Die Verteilung der Bibliothek auf diese zwei Standorte bringt es mit sich, dass die Unterbringung der Bestände sowie die jeweils angebotenen Dienstleistungen wohl durchdacht aufeinander bezogen sein müssen. Unser Ziel ist, dass sich - trotz dieser räumlichen Teilung der Institution - unsere Leserinnen und Leser auf einen kompakten und modernen Service verlassen können. Dazu werden in den kommenden Jahren die beiden Standorte klar konturiert und profiliert:

Historische Forschungsbibliothek Unter den Linden

Das Haus Unter den Linden entwickelt sich zur historischen Forschungsbibliothek. In den Magazinen wird der einzigartige Altbestand mit Erscheinungsjahr bis 1945 aufbewahrt und retrospektiv ergänzt. Im Allgemeinen Lesesaal sowie im Informationszentrum aufgestellte Freihandbestand wird sich der Literatur sämtlicher Epochen der Vormoderne widmen, deren Abschluss die Jahrhundertwende 19./20. Jh. markierte. Nach der Generalsanierung des Gebäudes werden im Haus Unter den Linden außerdem die materialbezogenen Sonderabteilungen für Handschriften, Musik, Karten, Kinder- und Jugendbücher sowie Zeitungen konzentriert.

 

Forschungsbibliothek der Moderne Potsdamer Straße

Das Haus Potsdamer Straße 33 wird sich zur Forschungsbibliothek der Moderne entwickeln. Während in den Magazinen der moderne Bestand mit Erscheinungsjahr ab 1946 weiter ausgebaut wird, setzt künftig der Allgemeine Lesesaal thematisch genau dort an, wo die Zuständigkeit des Allgemeinen Lesesaals Unter den Linden endet und präsentiert dann Literatur mit Bezug auf die Moderne bis zur Gegenwart; ein universaler Referenzbestand zu allen Epochen ergänzt diese Freihandliteratur. Die regionalspezifischen Sonderabteilungen für Literatur und andere Materialien aus Osteuropa, Ostasien und dem Orient bleiben an diesem Standort.

 

Bauen für Forschung und Kultur

Um diese Ziele zu erreichen, finden seit Mitte der 90er Jahre umfangreiche Baumaßnahmen am Haus Unter den Linden statt, außerdem erhält die Bibliothek ein Speichermagazin in Friedrichshagen.

Kriegsfolgen

Folgen des Krieges und der Teilung überwinden

Wie kaum eine andere Bibliothek in Deutschland muss die Staatsbibliothek noch immer die Folgen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung Deutschlands überwinden. Die im geteilten Deutschland über vierzig Jahre institutionell und räumlich getrennten zwei Standorte der Staatsbibliothek - im Ostteil Berlins das Stammhaus Unter den Linden, im Westteil das 1978 eröffnete Haus Potsdamer Straße - wurden im Januar 1992 unter dem Dach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zusammengeführt.

Stand zunächst die Zusammenführung des Personals und der Dienstleistungen an den beiden Standorten im Vordergrund, wird seit Mitte der 2000er Jahre intensiv an der Modernisierung und Erweiterung der Gebäude, an der Weiterentwicklung der Dienstleistungen sowie an der deutlichen Profilierung der Standorte gearbeitet.

Zu beachten ist, dass ein Teil der im Krieg ausgelagerten Bestände sich noch heute in Bibliotheken Osteuropas befindet, historisch Gewachsenes ist weiterhin auseinandergerissen, Zusammengehörendes getrennt. Dafür bietet die Originalpartitur von Beethovens 8. Sinfonie ein anschauliches Beispiel: Zwar befinden sich der erste, zweite und vierte Satz in Berlin, der dritte jedoch in Krakau.

Gleichzeitig bemüht sich die Staatsbibliothek intensiv darum, das in der Zeit des Nationalsozialismus in ihre Bestände gelangte Raubgut zu ermitteln und schnellstmöglich an die rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben.