Romanistik

Bestände

Die Romanistik gehört als Philologie traditionell zu den Sammelschwerpunkten der Staatsbibliothek.

Neuere Bestände

Allgemeines

Besonders intensiv werden in der heutigen Staatsbibliothek zu Berlin die originalsprachige wissenschaftliche Forschungsliteratur sowohl zur Sprach- als auch zur Literaturwissenschaft der Romanistik sowie die originalsprachigen Werke anerkannter Autoren gesammelt. Der Autorenkanon, der der Erwerbung von Primär- und Sekundärliteratur zugrunde liegt, wird ständig überarbeitet, so dass auch junge Autorinnen und Autoren Beachtung finden.
Rumänische Sprach- und Literaturwissenschaft wird in der Osteuropa-Abteilung, die romanischen Sprachen und Literaturen außerhalb Europas und Nordamerikas in der Orientabteilung betreut. Die spanisch- und portugiesischsprachigen Philologien werden schwerpunktmäßig im Ibero-Amerikanischen Institut - Preußischer Kulturbesitz gesammelt.
Referenzliteratur wie Wörterbücher, Grammatiken, Literaturgeschichten, Enzyklopädien und Lexika sowie wissenschaftliche Fachzeitschriften mit Forschungsbeiträgen und ausgewählten Rezensionen werden in großem Umfang zur Verfügung gestellt.

Trivialliteratur wird in Auswahl erworben, damit typische Merkmale der einzelnen Gattungen in der Forschung nachvollzogen werden können.

Wichtige Referenzmaterialien und herausragende Texteditionen stehen dem Nutzer auch als Datenbanken zur Verfügung.

Suche

Die Bestände der Bibliothek ab Erscheinungsjahr 1501 sowie ein Teil der Sondermaterialien sind im elektronischen Katalog der Staatsbibliothek (StaBiKat) verzeichnet und alphabetisch bzw. zum Teil sachlich suchbar.

Zur sachlichen Suche empfiehlt sich zudem in vielen Fällen der Neue Sachkatalog (NSK), der bis 1999 geführt wurde und systematisch aufgebaut ist. Literatur zur Romanistik ist dort vor allem bei der Notation Spr (für Sprach- und Literaturwissenschaft) unter den einzelnen Sprachbezeichnungen (Spra franz, Spra ital, Spra sard, Spra span etc.) und unter Spra roman (für Literatur zu mehreren romanischen Sprachen) zu finden. Für Literatur zu einzelnen Personen empfiehlt sich am Zettelkatalog eine Recherche im BioKa (Biographischen Katalog), für Orte und Länder im GeoKa (Geographischen Katalog). Die Notationen des NSK für nach 1985 erworbene Werke sind bereits im elektronischen Katalog enthalten. Für die zwischen 1945 und 1985 in der Staatsbibliothek (West) erworbene Literatur muß noch der Zettelkatalog genutzt werden (Standort: Katalogzentrum des Hauses Potsdamer Straße).

Die 1956-1991 in der Staatsbibliothek (Ost) erworbene Literatur ist sachlich im Neuen Systematischen Katalog (NSyK) nachgewiesen (Standort: Katalogzentrum des Hauses Potsdamer Straße).

Historische Bestände

Allgemeines

Die Romanistik gehörte schon vor 1945 in der Staatsbibliothek zu den am intensivsten betreuten Philologien.

Über die Jahrhunderte bauten die Bibliothekarinnen und Bibliothekare eine exzellente Sammlung an Belletristik in Werk- und Einzelausgaben auf, wobei zusätzlich zu den originalsprachigen Ausgaben oft auch die deutschen Übersetzungen eingestellt wurden. Zu den Schwerpunkten im sprachwissenschaftlichen Bereich gehörten Wörterbücher und Grammatiken.

Besondere Aufmerksamkeit galt der französischen Belletristik. Zum forcierten Ausbau dieses Sammlungsteils trug Friedrich II. maßgeblich bei. Er ließ für die Königliche Bibliothek nicht nur die Werke seiner berühmten Zeitgenossen anschaffen, sondern legte ebenso großen Wert auf die retrospektive Ergänzung des Bestandes an Klassikern des 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Später erhielt die Sammlung durch die Erwerbung der Bibliotheken des Rousseau-Forschers Albert Jansen (Übernahme als Nachlaß 1909) und des Romanisten Eduard Böhmer (Ankauf 1885 und 1906) beträchtlichen Zuwachs. Recht umfassend wurden auch die spanischen und italienischen Autorinnen und Autoren gesammelt. Den Bestand an spanischer Literatur bereicherten die Nachlässe des Dichters Ludwig Tieck und des 1885 verstorbenen Cervantes-Übersetzers Ludwig Braunfels wie auch die Sammlung "Spanisches Theater" mit 17.040 Dramen des 19. und 20. Jahrhunderts, die 1927 in die Staatsbibliothek gelangte.

Verluste durch den Zweiten Weltkrieg

Leider zählt die Romanistik zu den Sammlungsteilen, die durch Kriegsverluste erheblich dezimiert wurden. Betroffen waren vor allem die Primärliteratur und die Sprachwissenschaft; in weitaus geringerem Maße hingegen die Werkausgaben und Schriften zu Leben und Werk einzelner Autorinnen und Autoren. So blieben zum Beispiel nur wenige Drucke der einst reichen Sammlung an Dante-Drucken erhalten, die Sondersammlung "Spanisches Theater" ging fast vollständig verloren.

Suche

Der ursprüngliche Bestand sowie die Erwerbungen seit dem Zweiten Weltkrieg bis Erscheinungsjahr 1955 sind im Alten Realkatalog (ARK) in den folgenden Notationsbereichen erfaßt:

Xi 1 - Xi 975 Romanische Sprachen und Literaturen
Xi 1001 - Xl 12080 Spanisch
Xm 11 - Xm 13617 Portugiesisch
Xn 1 - Xr 19283 Italienisch
Xs 1/360 - Xz 16792 Französisch
Zq 22500 - Zq 32185 Rumänisch

Werkausgaben

Ai 20 - Ai 153/2 Portugiesen
Ai 201 - Ai 702/220 Spanier
Ai 740 - Ai 780/290 Südamerikaner
Ai 785 - Ai 796/1050 Zentralamerikaner
Ai 810 - Ai 3820/50 Franzosen
Ai 4501 - Ai 9452 Italiener
Ak 11281 - Ak 11297/13 Rumänen

Literärgeschichte
(Hier auch Schriften über Leben und Werk einzelner Autorinnen und Autoren)

Ar 1/12 - Ar 1/200 Romanische Literaturen
Ar 5 - Ar 197 Portugal
Ar 201 - Ar 1340/60 Spanien
Ar 1351 - Ar 11571 Italien
As 1 - As 15621/74 Frankreich
Ax 8392 - Ax 8478 Rumänien


Die alten Erwerbungsschwerpunkte wurden nach 1945 in der Deutschen Staatsbibliothek Unter den Linden beibehalten und werden heute in der Abteilung Historische Drucke fortgeführt.
 Die schwerwiegenden Kriegsverluste konnten zum Teil durch antiquarische Erwerbungen ausgeglichen werden. Zu den bedeutenden neueren Sondersammlungen gehören die Dante-Sammlung (Signaturen: 4 ZZ) und die Theatersammlung Bloch (Signaturen: 20 ZZ). Die Dante-Sammlung enthält Primär- und Sekundärliteratur bis zum Erscheinungsjahr 1961; etwa 1200 der knapp 1900 Titel erschienen vor 1945. Die Sammlung Bloch mit Hunderten französischen Vaudeville-Stücken wurde bereits 1940 erworben, die Einarbeitung erfolgte aber erst Jahre nach dem Krieg. 

E-Ressourcen

Datenbanken

Lizenzpflichtige und kostenfreie Datenbanken finden Sie im Datenbank-Informationssystem (DBIS), wo auch alle Informationen über die Zugriffsmöglichkeiten hinterlegt sind. Über die Funktion Erweiterte Suche können Sie Ihre Recherche auch auf einzelne Datenbanktypen (z.B. Aufsatzdatenbank, Fachbibliographie, biographische Datenbank) und auf bestimmte Arten der Nutzung bzw. der Zugangsmöglichkeit (z.B. frei zugänglich im Web; Zugriff für registrierte Nutzer der Bibliothek auch extern usw.) einschränken. 

Datenbanken zur Romanistik finden Sie in DBIS in folgenden Fachgebieten:

Wichtige bibliographische Datenbanken für die Romanistik:

    Romanistik insgesamt:
    Romanische Bibliographie
    (ab Bd. 1969/70 wurde keine französische Literaturwissenschaft mehr verzeichnet, siehe Klapp) 
    French 17. An annual descriptive bibliography of French 17th century studies: gedruckte Ausgabe im Lesesaal

Nachschlagewerke

    Portale für Retrodigitalisate (v.a. historische Primär- und Sekundärliteratur)

    Ausländische Bibliothekskataloge

    Virtuelle Fachbibliotheken / Linksammlungen

    Zeitschriftenvolltextarchive

    Aktuelle Forschungsliteratur im Volltext

    Volltextdatenbanken zu Presseartikeln

      Genios (GBI) 
      PRESSED (presse francophone) 
      IberoDigital (lateinamerikanische Tages- und Wochenzeitschriften von September 1999 bis Dezember 2008)

    Elektronische Zeitschriften

    Finden Sie über die Titelsuche im Stabikat, in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) und der Zeitschriftendatenbank (ZDB).

    In der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek wird dieselbe Fächergliederung wie im Datenbank-Infosystem (DBIS) zugrundegelegt. Relevant für die Romanistik sind v.a. folgende Fächer:

    Über die Suchfunktion können Sie elektronische Zeitschriften auch danach suchen, ob Sie frei (grün) oder nur für registrierte Nutzer der Bibliothek zugänglich (gelb) sind oder ob nur auf Titelinformationen und ggf. Inhaltsverzeichnisse und Artikelzusammenfassungen zugegriffen werden kann (rot). 


      Lesesäle

      Handbibliotheken zur Romanistik finden Sie in den Allgemeinen Lesesälen:

      Grafik Haus Potsdamer Straße

      Haus Potsdamer Straße:
      Signaturen HB 5 K - O

      Grafik Haus Unter den Linden

      Haus Unter den Linden:
      Signaturen HA 5 K - O

      Die Bücher werden in beiden Häusern nach derselben Systematik aufgestellt.

      Sie können im StaBiKat auch über die Lesesaal-Systematik navigieren.

      In den Handbibliotheken zur Romanistik finden Sie

      • einsprachige Wörterbücher
      • wichtige Nachschlagewerke und Handbücher
      • Werkausgaben bedeutender Autorinnen und Autoren
      • die neueren Jahrgänge der wichtigsten
        Fachzeitschriften (weitere Zeitschriften befinden
        sich im Magazin und müssen bestellt werden)

      Die zweisprachigen Wörterbücher aller Sprachen stehen in den Handbibliotheken für Allgemeines (HA/HB 2 A).

      Bibliographien zur Sprach- und Literaturwissenschaft der romanischen Sprachen sind in den Bibliographischen Handbibliotheken aufgestellt:

      Grafik Haus Potsdamer Straße

      Haus Potsdamer Straße:
      HB 1 Mk - Mo

      Grafik Haus Unter den Linden

      Haus Unter den Linden:
      HA 1 Mk - Mo

      Kontakt

      Für wissenschaftliche Fachinformation wenden Sie sich an:

      Dr. Ulrike Hollender
      Fachreferentin für Romanistik

      E-Mail: Dr. Ulrike Hollender
      Tel.: +49 30 266 433151

      Vertretung: Susanne Henschel

      Anfragen zum Thema

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      Dienstleistungsumfang

      • Wir informieren Sie zu allen Belangen der Bibliotheksbenutzung und helfen Ihnen beim Auffinden und bei der Benutzung der vielfältigen Angebote und Bestände der Staatsbibliothek.
      • Wir unterstützen Sie bei der Literaturrecherche in Katalogen, Bibliographien und Datenbanken und nehmen aufgrund Ihrer Anfrage gegebenenfalls auch Einsicht in unsere Bestände.
      • Unser Informationsangebot ist kostenlos und steht allen Interessierten zur Verfügung.
      • Wir beantworten Ihre Fragen schnellstmöglich. Wenn die Bearbeitung innerhalb einer Woche nicht möglich ist, erhalten Sie von uns einen Zwischenbescheid. Informationen zu Reproduktionsmöglichkeiten in der Staatsbibliothek finden Sie auf der Seite Digitalisate und Reproduktionen.
      • Bei umfangreichen Anfragen behalten wir uns die Überprüfung von maximal 10 Positionen vor.
      • Nicht zu unserem Leistungsumfang zählen Literaturzusammenstellungen, Wertermittlungen, Transkriptionen und Übersetzungen, kommerzielle Empfehlungen sowie medizinische und juristische Beratung.
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