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Bestandsaufbau

Grundsätze des Bestandsaufbaus / Fächerprofile: Geistes- und Sozialwissenschaften

Ethnologie

Forschungsstufe

Ethnologie umfasst heute die beiden eher unzeitgemäßen Begriffe Volks- und Völkerkunde und wird mittlerweile in allen Regionen der Erde betrieben. Im Mittelpunkt stehen die kulturellen Erscheinungen des materiellen und geistigen Lebens. Kennzeichnend für ethnologische Forschung in Abgrenzung zum Fachgebiet Kulturgeschichte ist die „Perspektive von unten“ und der „Blick aufs Fremde“. Forschungsobjekt ist dabei primär die Alltagskultur, die Beschreibung und Analyse von Lebensformen, Sitten und Gebräuchen, Gepflogenheiten, Riten, Einstellungen, Mentalitäten und Ideen. Methodische Verfahren sind vor allem die Beobachtung vor Ort und der ethnische Vergleich. Die Literatur hat oft beschreibenden Charakter, angereichert durch Fotodokumentation, ihr Qualitätsspektrum ist daher sehr breit: von der philosophischen Überhöhung bis zur Beschreibung karnevalistischer Einlagen.

Durch kritische Auswahl zielt der Bestandsaufbau auf eine differenzierte Sammlung ab. Beschafft wird vorrangig von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder wissenschaftlichen Institutionen erarbeitete Literatur, aber auch wissenschaftlich relevante Literatur, die zwar nicht unbedingt wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, aber einen beträchtlichen Informationswert besitzt.

Breite Auswahl

  • Referenzliteratur, auch zu sehr speziellen Themen

Differenzierte Auswahl

  • Zeitschriften: nur wenn deren Herausgeberin oder Herausgeber für wissenschaftliche Qualität (zum Beispiel Museums-, Universitäts- und andere Forschungsinstitute) sprechen und sie sich nicht einem allzu speziellen Thema verschrieben haben
  • Museums- und Ausstellungskataloge, wenn erstere den möglichst kompletten Bestand widerspiegeln und letztere den Standard eines wissenschaftlichen Kompendiums erreichen beziehungsweise ein von der Wissenschaft noch nicht umfassend bearbeitetes Thema zugrunde liegt
  • Festschriften aus Forschung und Wissenschaft in breiter, für Heimatforscherinnen und -heimatforscher aber in sehr strenger Auswahl
  • Kongressschriften, sofern es sich um wissenschaftliche Tagungen handelt
  • Monographische Literatur: Quellen- und Sekundärliteratur lassen sich oft nicht unterscheiden, da das behandelte Objekt die eigentliche Quelle ist

Strenge Auswahl

  • Populärwissenschaftliches Schrifttum: nur in Ausnahmefällen, wenn es zu dem behandelten Thema kaum Publikationen gibt und die Urheberschaft für eine gewisse Qualität bürgt

Verzicht

  • Gelegenheitsschriften, zum Beispiel Jubiläumsschrifttum Vereinsschrifttum
  • Heimatforschung, Heimatzeitschriften, -kalender oder ähnliches
  • Hochspezialisierte Literatur, zum Beispiel zu den Indianergruppen der USA und Kanada, wird nicht gekauft.

Sprachliche und regionale Aspekte

Es gilt in der Regel das Prinzip, wissenschaftlich relevante Literatur in der Originalsprache zu erwerben.

Die Ethnologie ist traditionelles Sammelgebiet der regionalen Sondersammlungen; diese erwerben Literatur aller oben genannten Kategorien mit ihrem jeweiligen regionalen Bezug gemäß ihrer eigens definierten Sammlungsintensität. Aufgrund der Kooperation der Staatsbibliothek zu Berlin mit dem Ibero-Amerikanischen Institut wird Schrifttum zur Ethnologie Iberoamerikas in der Regel nicht erworben.