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Bestandsaufbau

Grundsätze des Bestandsaufbaus / Fächerprofile: Geistes- und Sozialwissenschaften

Kulturgeschichte

Differenzierte Stufung

Die Kulturgeschichte beschreibt und analysiert die Wandlungen des geistig-kulturellen Lebens. Aufgrund ihrer interdisziplinären Ausrichtung gibt es oftmals Überschneidungen mit anderen Fachgebieten wie etwa der Kunst oder den Literaturwissenschaften. Sie wird zunehmend als eigenständige Disziplin oder Teilgebiet der Geschichte bzw. anderer Geisteswissenschaften begriffen. Als selbständige Disziplin ist sie immer dann angesprochen, wenn eine Publikation mindestens zwei geisteswissenschaftliche Wissenschaftszweige bearbeitet, sie kann sogar technische und naturwissenschaftliche Aspekte berücksichtigen.
Kulturgeschichtliche Publikationen sind sehr unterschiedlich sowohl bezüglich der Qualität der Literatur - von der bloßen Kompilation bis zu großen Alterswerken bedeutender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler - wie in der Art der Themenwahl - von Abendgarderobe bis Zivilisation.

Die Beschaffungsintensität für kulturhistorische Literatur ist differenziert. Literatur zu Themen oder Epochen, die kulturgeschichtlich von großer Bedeutung sind, wie z.B. das Victorianische Zeitalter oder das Florenz der Medici, wird in größerem Umfang gekauft. Themen, die die Geschichte einzelner Objekte verfolgen, sind - auch wenn sie nur beschreibenden Charakter haben - wertvolle Ergänzungen zum Grundbestand, und werden in Auswahl beschafft. Auf die Kulturgeschichte kleinerer regionaler Einheiten wird häufig verzichtet, es sei denn, es handelt sich um ein hervorragendes wissenschaftliches Werk.

Breite Auswahl

  • Referenzliteratur, auch zu sehr speziellen Themen
  • Festschriften aus Forschung und Wissenschaft werden möglichst vollständig beschafft.

Differenzierte Auswahl

  • Zeitschriften nur, wenn deren Herausgeberin oder Herausgeber für wissenschaftliche Qualität (zum Beispiel Museums-, Universitäts- und andere Forschungsinstitute) sprechen oder sie auf hohem Niveau die Kultur eines Landes spiegeln
  • Museums- und Ausstellungskataloge werden nur gesammelt, wenn erstere den möglichst kompletten Bestand widerspiegeln und letztere den Standard eines wissenschaftlichen Kompendiums erreichen
  • Kongressschriften, sofern es sich um wissenschaftliche Tagungen handelt
  • Monographische Literatur: nur wissenschaftlich relevante Literatur; die Unterscheidung von Quellen- und Sekundärliteratur ist in der Kulturgeschichte problematisch. Da der interpretatorische und bewertende Impuls groß ist, kann eine Publikation oft zur Quelle für ihre Entstehungszeit und Ihre Verfasserin oder ihren Verfasser werden.

Strenge Auswahl

  • Populärwissenschaftliche Literatur: nur in Ausnahmefällen, wenn es zu dem Thema kaum Publikationen gibt und die Urheberschaft für eine gewisse Qualität bürgt.

Sprachliche und regionale Aspekte

Es gilt in der Regel das Prinzip, wissenschaftlich relevante Literatur in der Originalsprache zu erwerben.

Aufgrund der Kooperation der Staatsbibliothek zu Berlin mit dem Ibero-Amerikanischen Institut wird Schrifttum zur Kulturgeschichte Iberoamerikas, Spaniens und Portugals in der Regel nicht erworben. Die regionalen Sondersammlungen erwerben Literatur mit ihrem jeweiligen regionalen Bezug gemäß ihrer eigens definierten Sammlungsintensität.