Bestandsaufbau

Grundsätze des Bestandsaufbaus / Fächerprofile: Naturwissenschaften und Technik

Umweltwissenschaften

Studienstufe

Die Umweltwissenschaften haben sich in den letzten Jahrzehnten sukzessive als eigenständige wissenschaftliche Fachdisziplin etabliert, die inzwischen im gesellschaftlichen Bewusstsein einen hohen Rang einnimmt. Auf Grund der Vielfalt von Entstehungsursachen und Folgen der Umweltprobleme unserer Zeit sind die Umweltwissenschaften von vornherein stark interdisziplinär ausgerichtet, indem sie sich mit Fragestellungen unterschiedlichster Genese befassen und/oder zur Lösung ihrer Probleme das Wissen und die Methoden zahlreicher Teildisziplinen nutzen.

Folgende Fachrichtungen sind u. a. unter dem Begriff der Umweltwissenschaften subsumiert: Umweltschutz, Umwelttechnik, Umweltbiologie, Umweltchemie, Umweltmedizin, Umwelttoxikologie, Umweltbelastungen, Klimawandel, Naturschutz, Umweltpolitik, Umweltrecht, Umweltnormen und -richtlinien, Umweltethik, Umwelterziehung, Ressourcen, nachhaltige Entwicklung.

Erwerbungsziel ist es, die grundlegenden Publikationen zu den Umweltwissenschaften in ihrer Gesamtheit, sowie zu den o. g. Teilgebieten anzubieten und dabei vor allem die historische, gesellschaftliche und interdisziplinäre Dimension dieses Faches zu berücksichtigen.

Breite Auswahl

  • Gesammelte Werke, Text- und Quelleneditionen
  • Referenzliteratur, die den Stand der Wissenschaft dokumentiert, wie Enzyklopädien, Lexika, Lehrbücher (soweit es sich um handbuchartige Standardwerke handelt), Wörterbücher, Adressbücher, Handbücher, Gesamtdarstellungen u.ä.; erworben werden sowohl umweltwissenschaftliche Gesamtdarstellungen als auch einzelne Teilgebiete (s. oben) der Umweltwissenschaften
  • Biographien, Biographiensammlungen.
  • Forschungsliteratur zur Geschichte der Umweltwissenschaften sowie zu interdisziplinären, insbesondere gesellschaftlichen Aspekten
  • Graue Literatur, soweit sie im Rahmen der gesonderten Erwerbungsvereinbarungen zu den Amtsdruckschriften erworben wird

Differenzierte Auswahl

  • Zeitschriften: nur nationale oder internationale Standardtitel, welche die Umweltwissenschaften als Ganzes oder in großen Teilgebieten abdecken und in internationalen Referateorganen ausgewertet werden
  • Fest- und Kongressschriften für Personen und Institutionen, in denen der Publikationsumfang zur gewürdigten Person/Institution einen deutlichen Anteil einnimmt

Verzicht

  • Populäre Literatur, hierunter wird auch die Literatur des Wissenschaftsjournalismus subsumiert
  • Hochschulschriften
  • Studienliteratur, Ausbildungsliteratur, Praktikerliteratur, Schulbücher
  • Tagungsberichte/Kongressberichte
  • Wissenschaftliche Schriftenreihen kommerzieller Verlage ohne historischen oder interdisziplinären Bezug

Sprachliche und regionale Aspekte

Wissenschaftlich relevante Literatur in der Originalsprache genießt grundsätzlich Vorrang vor der Übersetzung. Es können auch deutsche Übersetzungen fremdsprachiger (auch englischsprachiger) Originalausgaben erworben werden. Übersetzungen aus dem Deutschen oder Englischen werden nicht gekauft, es sei denn das Original ist nicht mehr erhältlich oder es handelt sich bei der deutschen Übersetzung um eine Parallelausgabe. Übersetzungen aus schwer zugänglichen Sprachen werden erworben, sofern es Übersetzungen in eine der oben genannten Sprachen sind.

Da Englisch in der internationalen Kommunikation in den Naturwissenschaften dominiert, ist Englisch bei der Titelselektion die bevorzugte Publikationssprache. Stärkere Berücksichtigung finden auch Veröffentlichungen in deutscher Sprache. In geringerem Umfang werden auch Publikationen in französischer, italienischer, niederländischer oder den skandinavischen Sprache erworben, wenn es sich um Biographien oder Titel mit historischem Bezug handelt.

Bei Forschungsliteratur mit inhaltlich-regionalem Bezug werden Arbeiten mit allgemeinem, historischem, biographischem und institutionellem Aspekt zu allen Regionen der Welt berücksichtigt. Generell wird Schrifttum, das sich auf deutsche Verhältnisse bezieht, bei der Selektion bevorzugt.

Aufgrund der Kooperation der Staatsbibliothek zu Berlin mit dem Ibero-Amerikanischen Institut wird das Schrifttum Iberoamerikas in der Regel nicht erworben. Durch die regionalen Sondersammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin, deren Sammlung sich nicht auf den geisteswissenschaftlichen Literatursektor beschränken, erfahren die Räume Afrikas und Asiens eine differenzierte Gewichtung; Südost- und Ostasien werden auf höherem Niveau als die übrigen Regionen gepflegt.