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Musik

DFG-Projekt KoFIM Berlin (Kompetenzzentrum Forschung und Information Musik)


Verlängerung des Projektes KoFIM Berlin

Untersuchung einer Musikhandschrift in der Fotostelle mit der Thermographie-Kamera auf dem sog. Grazer Buchtisch
Untersuchung einer Musikhandschrift in der Fotostelle mit der Thermographie-Kamera auf dem sog. Grazer Buchtisch

Mit großzügiger Unterstützung durch die DFG wird das Projekt KoFIM Berlin (Kompetenzzentrum Forschung und Information Musik) für weitere drei Jahre an der SBB fortgeführt werden können. Ziel des Projektes ist es, ca. 7.500 Musikautographen der Musiksammlung, und zwar der Kernbestand aus der Zeit des 17. bis zum mittleren 19. Jahrhundert, in der Datenbank RISM/Kallisto wissenschaftlich zu erschließen und über den RISM-OPAC recherchierbar zu machen. In diesem Projekt, dessen zweite Halbzeit jetzt beginnt, werden Werke von ca. 1.600 Komponistinnen und Komponisten bearbeitet. Die vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projektes gehen dabei über konventionelle Erschließungsmethoden weit hinaus, indem erstmals flächendeckend anhand eines größeren Bestandssegments eine digitale Dokumentation von Schreiberhänden und Wasserzeichen vorgenommen wird. Mit neuester Technik durch eine von der SBB angeschaffte Thermographiekamera können Wasserzeichen im Papier digital sichtbar gemacht werden. Hierfür ist eigens ein Projektfotograf eingestellt, die Ergebnisse werden dann als Digitalisate im Wasserzeichen-Informationssystem eingespeist und können dort recherchiert werden.

Durch die wissenschaftliche Erschließung der Musikhandschriften treten ganz neue Querbeziehungen innerhalb dieses Bestandes der Musiksammlung zu Tage, denn auch Provenienzmerkmale werden sorgfältig untersucht und Chronologien der Werke ermöglicht. Damit wird die Forschungsinfrastruktur im Bereich der Musikwissenschaft und benachbarter Disziplinen entscheidend vorangebracht. So trägt das Projekt zu einer nachhaltigen Verbesserung der Forschungsumgebung für die quellenorientierte Musikwissenschaft vor Ort, aber vor allem auch im digitalen Raum bei.


Zu den herausragenden Schätzen der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin zählt die insgesamt rund 10.000 Signatureneinheiten umfassende Sammlung autographer Musikhandschriften, die neben den zum Weltkulturerbe zählenden, weltweit größten Autographenkollektionen aus der Familie Bach, von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy und Carl Maria von Weber ein breites Spektrum von Eigenschriften weiterer Komponisten umfasst.

Im Rahmen des durch die DFG geförderten Projektes KoFIM Berlin (Kompetenzzentrum Forschung und Information Musik) soll der Kernbestand dieser Autographensammlung, nämlich die Eigenschriften vom 17. bis zum mittleren 19. Jahrhundert, in der Datenbank RISM/Kallisto wissenschaftlich erschlossen und über den RISM-OPAC recherchierbar gemacht werden. Zugleich geht das Projekt über konventionelle Erschließungsmethoden weit hinaus, indem erstmals flächendeckend anhand eines größeren Bestandssegments eine digitale Dokumentation von Schreiberhänden und Wasserzeichen unternommen wird. Dabei ist zu erwarten, dass Querbeziehungen innerhalb dieses Bestandes sowie zu anderen wertvollen Beständen der Abteilung zu Tage treten, die wichtige Aufschlüsse für die chronologische Einordnung und geografische Verortung der Werke geben und somit der Erforschung von Rezeptions- und Überlieferungswegen wie auch allgemein der Biographik neue Impulse geben werden.

Mit diesem Projekt beschreitet die Musikabteilung der Staatsbibliothek somit neue Wege der Tiefenerschließung von Musikhandschriften. Zum einen werden die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt, um den in Kooperation zwischen der RISM-Zentralredaktion, der BSB München und der SBB entwickelten RISM-OPAC als zentrales Nachweisinstrument für Musikhandschriften mit zusätzlichen visuellen Informationen zu Schreibern und Wasserzeichen anzureichern, wobei die Digitalisierung solcher Beispielseiten wirkungsvoll die Digitalisierung vollständiger Musikhandschriften ergänzt. Zugleich stärkt die Musikabteilung der Staatsbibliothek ihr Profil als Forschungsstätte für Musik und Partnerin der an musikalischen Quellen interessierten Wissenschaftler/innen, die durch die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren Forschungsvorhaben wirkungsvoll unterstützt werden können. Insgesamt trägt das Projekt somit zu einer nachhaltigen Verbesserung der Forschungsumgebung für die quellenorientierte Musikwissenschaft sowohl vor Ort als auch im digitalen Raum bei.

Georg Benda: Medea, Fassung Mannheim 1784,
Autograph der ersten Notenseite (Mus.ms.autogr. G. Benda 1)
Georg Benda: Medea, Fassung Mannheim 1784, Autograph der ersten Notenseite (Mus.ms.autogr. G. Benda 1)