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Musik

Sammlung

Archiv der Sing-Akademie als Depositum in der Staatsbibliothek zu Berlin
Bild zeigt: Archiv der Sing-Akademie als Depositum in der Staatsbibliothek zu Berlin
f. 90v aus dem 'Zelter-Katalog', dem Verzeichnis der Musikalien der Sing-Akademie, das nach dem Tode Zelters entstand und als dessen Autor Georg Poelchau gilt (N.Mus.ms.theor. 30)
Bild zeigt f. 90v aus dem 'Zelter-Katalog', dem Verzeichnis der Musikalien der Sing-Akademie, das nach dem Tode Zelters entstand und als dessen Autor Georg Poelchau gilt (N.Mus.ms.theor. 30)

Das im Dezember 2001 aus Kiew nach Berlin zurückgekehrte Archiv der Sing-Akademie zu Berlin, das als Depositum in der Musikabteilung der Staatsbibliothek aufbewahrt wird, umfasst 5.150 Signaturen, zum überwiegenden Teil Handschriften (Autographen und Abschriften) sowie etwa 800 Musikdrucke. Dieser Teil des Archivs wird ergänzt durch bereits 1974 und 1977 von der Sing-Akademie - ebenfalls als Depositum - der Staatsbibliothek übergebene Archivalien und Musikalien (Bestand N.Mus. SA).

Der aus Kiew zurückgekehrte ältere Teil des Notenarchivs der Sing-Akademie zu Berlin geht insbesondere auf Sammlungsbestrebungen von Carl Friedrich Zelter zurück, der die Sing-Akademie von 1800-1832 leitete. Charakteristisch für diesen Sammlungsteil des Archivs ist, dass sein Aufbau und seine Zusammensetzung von Zelters besonderem Interesse an Musik- und Kompositionsgeschichte geprägt wurden. Im Bereich der Vokalmusik spannt sich der Bogen von einer beträchtlichen Zahl von Abschriften und wertvollen Autographen mit italienischem Repertoire (Opern und weltlichen Kantaten) des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts aus dem einstigen Besitz der preußischen Königin Sophie Charlotte und des Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg, über mitteldeutsches Repertoire an Opern, Kantaten und Oratorien aus dem gesamten 18. Jahrhundert bis zu dem gewaltigen Korpus der Bach-Überlieferung, mit dem Alt-Bachischen Archiv und der Hamburger Kirchenmusik C. P. E. Bachs im Zentrum. Dies wird ergänzt von einem reichen Schatz an italienischer und süddeutscher katholischer Kirchenmusik und den beinahe zahllosen Dokumenten der Berliner Händel-, Hasse-, Telemann- und Graun-Rezeption.

Im Gegensatz dazu gestaltet sich das Bild im Bereich der Instrumentalmusik homogener. Die Zusammensetzung dieses vor allem norddeutsch geprägten Quellen- und Werkbestandes ist ebenfalls untrennbar mit der frühen Erwerbungsgeschichte des Archivs der Sing-Akademie verwoben. Prägend wurde hier der Umstand, dass unter Zelters Ägide zahlreiche Einzelsammlungen von Berliner Kapellmusikern und Musikliebhabern, von denen viele (oder ihre Erben) Mitglieder der Sing-Akademie waren, Aufnahme in das Archiv fanden. Die Wurzeln dieser Sammlungen reichen teilweise bis 1740 zurück, also zu dem Zeitpunkt, als in Berlin mit der Regierungsübernahme Friedrichs II. und der Wiedereinrichtung der Hofmusik "eine neue Periode sich gleichsam anfieng"[Quelle: Carl Philipp Emanuel Bach, Autobiographie, in: Charles Burney, Tagebuch einer musikalischen Reise. Vollständige Ausgabe, Bd. 3, Hamburg 1773, hrsg. von Christoph Hust (=Documenta Musicologica, 1. Reihe: Druckschriften-Faksimiles XIX). Kassel u.a. 2003, S. 201].
Insofern ist die Dominanz von Kompositionen von Musikern der ersten Generation der Berliner Hofkapelle nach ihrer Neugründung 1740 (z. B. C. H. Graun, J. G. Graun, C. P. E. Bach, J. J. Quantz), ergänzt durch Musikalien mit Werken bedeutender Komponisten der Dresdner Hofkapelle (allen voran J. A. Hasse) nicht verwunderlich.