Diese Website setzt Cookies ein. Für die Nutzungsanalyse wird die Software Piwik verwendet.
Wenn Sie der Nutzungsanalyse widersprechen oder mehr über Cookies erfahren möchten, klicken Sie bitte auf die Informationen zum Datenschutz.

Musik

Der Nachlass von Wilhelm Furtwängler

Wilhelm Furtwängler um 1950 beim Dirigieren (55 Nachl 13/F, Mappe 6)
Wilhelm Furtwängler um 1950 beim Dirigieren (55 Nachl 13/F, Mappe 6)

Zu den renommiertesten und am häufigsten eingesehenen Nachlässen der Musikabteilung gehört zweifelsohne der Nachlass des berühmten Dirigenten und Komponisten Wilhelm Furtwängler (1886-1954). Der 1910 geborenen Witwe Elisabeth Furtwängler ist es zu verdanken, dass ein so reichhaltiger Bestand ins Haus gekommen ist: Im Jahr 2000 schenkte sie der Staatsbibliothek zu  Berlin unterschiedlichstes Quellenmaterial aus dem Nachlass ihres Mannes. Bereits 1976 hatte Elisabeth Furtwängler den musikalischen Nachlass der Musikabteilung an der Zentralbibliothek Zürich überlassen.  

Der Löwenanteil des insgesamt 80 Kisten und Kartons umfassenden Berliner Bestandes konstituiert sich aus Briefen aller Lebensstationen Furtwänglers - von seiner Jugend an, in der er bereits mit bedeutenden Persönlichkeiten des Musikfaches korrespondierte, bis zu seinem Tod im Jahre 1954. Unter den rund 2000 Adressaten der Briefe sind neben Institutionen, Verlagen und Schallplattenfirmen auch berühmte Persönlichkeiten wie beispielsweise Otto Klemperer, Erich Kleiber, Yehudi Menuhin, Boeslav Barlog  und Emil Preetorius. Die Briefe sind nach Namen der Korrespondenzpartner in einem alphabetischen Register mit Kasten- und Mappenangabe erschlossen, das vor Ort eingesehen werden kann. In die Schenkung sind auch fremde Teilnachlässe integriert, zum Beispiel Briefe von Ludwig Curtius, der Wilhelm Furtwängler ab seinem 12. Lebensjahr privat unterrichtete und lebenslang mit ihm befreundet war.

Wilhelm Furtwängler in den 50er Jahren (55 Nachl 13/F, Mappe 6)
Bild zeigt: Wilhelm Furtwängler in den 50er Jahren (55 Nachl 13/F, Mappe 6)

Der Nachlass ist besonders vielgestaltig, da er aus ganz unterschiedlichen Materialarten besteht. Die rund 50 erhaltenen Notiz- und Taschenkalender aus den Jahren 1912, 1924-25 und 1927-1954 beleuchten etwa Furtwänglers Verhalten während der NS-Diktatur. Aber auch die Tagebücher der Mutter Furtwänglers und Aufzeichnungen des Großvaters und des Vaters geben zum Teil sehr persönliche Einblicke.

Die sich ebenfalls im Nachlass befindenden Schriften Furtwänglers und die Literatur über Wilhelm Furtwängler, teilweise auch die überarbeiteten Typoskripte geben Aufschluss darüber, was ihn besonders beschäftigt hat. Eine Sonderstellung nehmen die fünf Mappen Verteidigungsschriften ein, in denen Furtwängler seine Haltung während des Dritten Reiches darlegt.  

Ein lebendiges Bild von Furtwängler wird beim Betrachten von Fotografien aus unterschiedlichen Lebensphasen vermittelt. Fünf Kästen Fotomaterial von Wilhelm Furtwängler und seinen Familienangehörigen sowie Zeichnungen von Hans Wimmer u.a. können eingesehen werden. Von Furtwängler benutzte Musikalien mit handschriftlichen Eintragungen, eine Sammlung von Konzertprogrammen und Presseartikeln zu einzelnen Werken und Schriften Furtwänglers bzw. zu einzelnen Themen der Rezeptionsgeschichte, Tonträger mit Aufnahmen Furtwänglers und Dokumente wie Verträge, aber auch die zahlreichen Medaillen, Orden und Ehrungen, die Furtwängler erhalten hatte, runden den Nachlass ab.