Haus Unter den Linden
Viele Einwohner und Besucher der Stadt Berlin halten bei ihrem Gang über den Boulevard Unter den Linden inne, sobald sie auf Höhe des Reiterdenkmals Friedrichs II. den geheimnisvoll anmutenden Brunnenhof der Staatsbibliothek zu Berlin erblicken. Hinter der berühmten, in zahlreichen Berlin-Führern abgebildeten, mit Wein bewachsenen Hoffassade befindet sich der 1914 eröffnete Stammsitz der größten wissenschaftlichen Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum. Derzeit ist der Blick auf das Gebäude jedoch eingeschränkt, denn seit dem Jahr 2000 laufen umfangreiche Baumaßnahmen zur Generalsanierung, Modernisierung und Ergänzung mit Neubauten.
Das Gebäude ist mit 107 Metern Breite, 170 Metern Länge und mit 13 Etagen der größte historische Gebäudekomplex in Berlin-Mitte.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zu ca. 40% beschädigt, der zentrale Kuppellesesaal von Bomben getroffen. Die Kriegsschäden wurden nur teilweise beseitigt, der zentrale Lesesaal 1977 abgerissen. Von außen nicht sichtbar, hatte die Bibliothek ihre funktionale und inhaltliche Mitte verloren.
Durch die Neubauten - einen neuen Allgemeinen Lesesaal, einen Rara-Lesesaal, ein Freihandmagazin, Tresormagazine - und durch die Generalsanierung erhält die Bibliothek ihr funktionales und architektonisches Zentrum zurück und wird wieder zu einem funktionstüchtigen Gebäude, das den Anforderungen eines modernen Bibliotheksbetriebs entspricht.


