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Ausbildung

für den höheren Dienst an Wissenschaftlichen Bibliotheken: Bibliotheksreferendariat

Das Bibliotheksreferendariat bereitet auf den höheren Dienst an Wissenschaftlichen Bibliotheken des Bundes vor und qualifiziert dadurch für den Beruf des Wissenschaftlichen Bibliothekars/der Wissenschaftlichen Bibliothekarin. Wissenschaftliche Bibliothekarinnen und Bibliothekare verstehen sich als Informationsspezialisten und Experten für die Bewahrung, Erschließung und Vermittlung der kulturellen Tradition - es handelt sich um eine vielseitige Tätigkeit, die ein hohes Maß an wissenschaftlicher, technologischer und sozialer Kompetenz erfordert. Zu Beginn der Berufstätigkeit werden neben Fachreferats- und Verwaltungsaufgaben häufig Projekte übertragen; später können Leitungstätigkeiten hinzutreten.

Ablauf des Vorbereitungsdienstes

Das Bibliotheksreferendariat dauert 24 Monate und besteht an der Staatsbibliothek aus einem praktischen und einem theoretischen Teil von jeweils zwölf Monaten. Ablauf und Inhalt richten sich nach §15 der Laufbahn-, Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den höheren Dienst an Wissenschaftlichen Bibliotheken des Bundes (LAP- hDBiblV, siehe die Informationen zu den rechtlichen Grundlagen). Daneben orientiert sich die Staatsbibliothek am Ausbildungskonzept der Bayerischen Bibliotheksschule für den höheren Dienst.

Am Anfang steht ein zweiwöchiger Einführungskurs an der Bayerischen Bibliotheksschule in München. Die daran anschließende praktische Ausbildung findet besteht aus dem Praktikum I und dem Praktikum II und findet primär an der Staatsbibliothek zu Berlin statt. Das Praktikum I (40 Wochen) wird in den Haupt- und Sonderabteilungen der Staatsbibliothek durchgeführt. Hierbei sollen vor allem Vertrautheit mit dem breiten Aufgabenspektrum der Bibliothek und Einsicht in das Zusammenwirken ihrer Organisationsbereiche, ein vertieftes Verständnis der grundlegenden Geschäftsprozesse sowie ein Eindruck der Kooperation der Staatsbibliothek mit ihren Partnern vermittelt werden. Am Ende des Praktkums I steht eine Projektphase von vier Wochen. Das Praktikum II (6 Wochen) findet außerhalb des Hauses statt und umfasst zwei je dreiwöchige Stationen an anderen Einrichtungen des Bibliotheks- und Informationswesens, die beide auch im Ausland absolviert werden können.

Die theoretische Ausbildung im zweiten Jahr des Referendariats findet wiederum an der Bayerischen Bibliotheksschule in München statt und endet mit der Laufbahnprüfung, mit deren Bestehen die Referendarinnen und Referendare die Befähigung für den höheren sprach- und kulturwissenschaftlichen Dienst des Bundes, der der höhere Bibliotheksdienst zugeordnet ist, erwerben.

Rechtliche Grundlagen

Die Ausbildung ist geregelt durch die "Verordnung über die Laufbahn, Ausbildung und Prüfung für den höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken des Bundes vom 25.10.2001" (LAP-hDBiblV) (BGBl. I, S. 2779 ff), geändert durch § 56 Abs. 19 der Bundeslaufbahnverordnung vom 12.2.2009 (BGBl. I, S. 284ff). Die Referendarinnen und Referendare sind während der Ausbildung Beamtinnen und Beamte auf Widerruf. Die Einstellung erfolgt jeweils zum 1. Oktober durch den Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Ein Anspruch auf Weiterbeschäftigung nach Abschluss des Vorbereitungsdienstes besteht nicht. Die Vergütung richtet sich nach der Besoldung für Anwärterinnen und Anwärter des höheren Dienstes, die in Anlage VIII des Bundesbesoldungsgesetzes festgesetzt ist. Der Anwärtergrundbetrag beträgt seit dem 1.7.2009 monatlich 1166,- Euro.

Beamtinnen und Beamte unterliegen nicht der Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherungspflicht. Bei einer Übernahme in den Vorbereitungsdienst ist die freiwillige (Weiter-)Versicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse oder der Abschluss einer privaten Krankenversicherung zu empfehlen. Es besteht Versicherungspflicht in einer Pflegeversicherung. Beamtinnen und Beamte haben Anspruch auf Beihilfe zu Krankheitskosten nach der Bundesbeihilfeverordnung; weitere Informationen finden Sie hier.

Einstellungsvoraussetzungen und Anforderungen

Bewerberinnen und Bewerber müssen über einen sehr guten oder guten Studienabschluss, sehr gute IT- und Fremdsprachenkenntnisse sowie ein ausgeprägtes Interesse an IT-basierten Bibliotheksdienstleistungen und wissenschaftlicher Fachinformation verfügen. Vertrautheit mit dem Berufsbild der Wissenschaftlichen Bibliothekarin/des Wissenschaftlichen Bibliothekars und mit den Aufgaben Wissenschaftlicher Bibliotheken wird vorausgesetzt. Erwünscht ist ein interdisziplinärer fachlicher Horizont. Erfahrungen im Bibliotheks- oder Informationswesen sind von Vorteil. Zudem sind Dienstleistungsorientierung, Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie Organisationsgeschick Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung als Bibliotheksreferendarin oder Bibliotheksreferendar.

Darüber hinaus sind die formalen Einstellungsvoraussetzungen:

    • Erfüllen der persönlichen Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis nach § 7 des Bundesbeamtengesetzes (BBG) vom 5.2.2009 (BGBl. I, S. 160ff.)
    • Abschluss eines für den höheren Dienst an Wissenschaftlichen Bibliotheken des Bundes geeigneten, mindestens dreijährigen Studiums an einer wissenschaftlichen Hochschule mit einer Master- oder gleichwertigen Prüfung. Außerhalb des Geltungsbereiches der Bundeslaufbahnverordnung erworbene Hochschulabschlüsse können anerkannt werden, wenn sie gleichwertig sind.

Bewerbung

Die Staatsbibliothek zu Berlin schreibt in der Regel einmal pro Jahr mehrere Referendariatsstellen aus. Die Ausschreibung, in der Sie alle erforderlichen Angaben finden, wird erfahrungsgemäß etwa im ersten Quartal des Jahres auf den Internetseiten der Staatsbibliothek unter der Rubrik Stellenangebote veröffentlicht. Bitte beachten Sie, dass hier besonders erwünschte Fächer, Fächerkombinationen oder Zusatzqualifikationen genannt sein können. Die nächste Ausschreibung erfolgt wahrscheinlich im 1. Quartal 2013 für einen Ausbildungsbeginn am 1. Oktober 2013.

Bei der Vergabe der zur Verfügung stehenden Plätze werden Bewerberinnen und Bewerber vorrangig berücksichtigt, die nach einem erfolgreich abgeschlossenen Hochschulstudium noch nicht über eine für den höheren Bibliotheksdienst geeignete berufsvorbereitende Qualifikation verfügen.

Weitere Informationen zum Bibliotheksreferendariat an der Staatsbibliothek erhalten Sie von der Ausbildungsleitung.

Weitere Ausbildungsmöglichkeiten

Als zweite Ausbildungsbibliothek der Stiftung Preußischer Kulturbesitz stellt das Ibero-Amerikanische Institut Preußischer Kulturbesitz i.d.R. jährlich einen Bibliotheksreferendar bzw. eine Bibliotheksreferendarin ein.

Neben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bildet eine Reihe von Bundesländern regelmäßig Bibliotheksreferendare und -referendarinnen aus (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. In Sachsen und Thüringen wird ein im Ablauf analoges, aber privatrechtlich ausgestaltetes Bibliotheksvolontariat angeboten. Die theoretische Ausbildung erfolgt je nach Bundesland entweder an der Bayerischen Bibliotheksschule in München oder praxisbegleitend am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin Externer Link.

Eine Übersicht finden Sie auf der Website des Vereins Deutscher Bibliothekare.

Weiterführende Informationen