Klassische Philologie
Bestände
Die klassische Philologie gehört als eine der ältesten Wissenschaften schon seit jeher zu den Sammelschwerpunkten der Staatsbibliothek.
Neuere Bestände
Allgemeines
Besonders intensiv werden in der heutigen Staatsbibliothek zu Berlin die deutschsprachige und internationale wissenschaftliche Forschungsliteratur zur klassischen, mittellateinischen und mittelgriechischen Philologie sowie die originalsprachigen Werkausgaben der Autoren und Kommentare dazu gesammelt. Originalsprachige Texte, die bislang in der Staatsbibliothek nicht vorhanden sind, werden in großer Vollständigkeit gesammelt. Übersetzungen werden hingegen nur in Auswahl angeschafft.
Auch Referenzliteratur wie Wörterbücher, Grammatiken, Literaturgeschichten, Enzyklopädien und Lexika sowie wissenschaftliche Fachzeitschriften mit Forschungsbeiträgen und ausgewählten Rezensionen werden in großem Umfang zur Verfügung gestellt.
Wichtige Referenzmaterialien und herausragende Texteditionen stehen dem Nutzer verstärkt auch als elektronische Medien zur Verfügung.
Suche
Die Bestände der Bibliothek ab Erscheinungsjahr 1501 sowie ein Teil der Sondermaterialien sind im elektronischen Katalog der Staatsbibliothek (StaBiKat) verzeichnet und alphabetisch beziehungsweise zum Teil sachlich suchbar.
Zur sachlichen Suche empfiehlt sich zudem in vielen Fällen der Neue Sachkatalog (NSK), der bis 1999 geführt wurde und systematisch aufgebaut ist. Literatur zur klassischen Philologie ist dort vor allem bei der Notation Spr (für Sprach- und Literaturwissenschaft) im Sprachenalphabet unter "Griechisch" (Spra griech) bzw. "Latein" (Spra lat) zu finden. Die Notationen des NSK für nach 1985 erworbene Werke sind bereits im elektronischen Katalog enthalten. Für die zwischen 1945 und 1985 in der Staatsbibliothek (West) erworbene Literatur muß noch der Zettelkatalog genutzt werden (Standort: Katalogzentrum des Hauses Potsdamer Straße).
Die 1956-1991 in der Staatsbibliothek (Ost) erworbene Literatur ist sachlich im Neuen Systematischen Katalog (NSyK) unter der Systemstelle Klass nachgewiesen (Standort: Katalogzentrum des Hauses Potsdamer Straße).
Historische Bestände
Allgemeines
Seit den Anfängen der Bibliothek wurden Literatur von klassischen Autoren und Werke zu den klassischen Sprachen in großem Umfange erworben. Nicht nur laufende Akzessionen trugen dabei zur Vermehrung des Bestandes an Werken zur Klassischen Philologie bei, auch die Erwerbung von Sammlungen und Privatbibliotheken spielte eine große Rolle. In der Sammlung Diez, die kaum Verluste erlitten hat, befinden sich außerordentlich viele griechische und lateinische Schriften.
Im Bereich der kriegsverlustigen deutschen Schulausgaben des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts hat die Bibliothek inzwischen durch die Teilnahme an der Sammlung Deutscher Drucke einen außerordentlich reichen Bestand wieder aufbauen können. Aber auch Literatur früherer Jahrhunderte wird durch die Abteilung Historische Drucke kontinuierlich antiquarisch angekauft. V.a. Lücken im 16. Jahrhundert konnten so schon geschlossen werden. Besonders wird auf die Wiederbeschaffung der im Lesesaal der Preußischen Staatsbibliothek im Krieg verbrannten Texteditionen in den bekannten Reihen (Teubner, Budé) geachtet, zum Teil durch die Erwerbung von Reprints und anderen modernen Medien (Teubner CD-ROM).
Verluste durch den Zweiten Weltkrieg
Durch Verlagerungen im Zweiten Weltkrieg wurden die Bestände an griechischen Autoren stark dezimiert. Etwas besser haben die lateinischen Schriftsteller überdauert: Die Bestände zu Plautus, Horaz, Ovid und Vergil sind relativ umfangreich. Die im Lesesaal aufgestellten Editionen der bekannten Reihen (Teubner, Budé) sind dort verbrannt. Beim Neulatein muss die ursprünglich umfassende Sammlung an Gedichten fast vollständig als Kriegsverlust betrachtet werden. Die für die klassische Philologie besonders wichtige Sammlung Diez hat hingegen kaum Verluste erlitten.
Suche
Der historische Bestand ist im Alten Realkatalog (ARK) verzeichnet. Die klassische Philologie umfasst die Notationen V bis Vz (Griechische Philologie), W bis Wt (Lateinische Philologie) sowie Wu (Neugriechisch) und Xc bis Xh (Mittel- und Neulatein). Im Gegensatz zu den anderen Philologien verzeichnete man dort nicht nur die antiken Autoren im engeren Sinne, sondern auch die Verfasser von Werken zur Geographie, Mathematik, Astronomie sowie Historiker, Musiker und Philosophen. Lediglich die Sekundärliteratur zu letzteren wurde bei der Philosophie eingestellt. Biographische Werke, bei anderen Philologien in der Regel bei der Signaturengruppe Literärgeschichte (A) verzeichnet, wurde ebenfalls dort eingestellt mit Ausnahme der zu neugriechischen Autoren (bei Ax 8400 ff).
Die Recherche nach historischen Beständen ist teilweise im StaBiKat, ansonsten anhand der Microfiches des ARK möglich (Standort: Katalogzentren der Häuser Potsdamer Straße und Unter den Linden). Im Informationszentrum im Haus Unter den Linden steht als zusätzliches Hilfsmittel ein Schlagwortkatalog zum ARK in Zettelform zur Verfügung.
E-Ressourcen
Datenbanken
Lizenzpflichtige und kostenfreie Datenbanken finden Sie im Datenbank-Informationssystem (DBIS), wo auch alle Informationen über die Zugriffsmöglichkeiten hinterlegt sind. Über die Funktion Erweiterte Suche können Sie Ihre Recherche auch auf einzelne Datenbanktypen (z.B. Aufsatzdatenbank, Fachbibliographie, biographische Datenbank) und auf bestimmte Arten der Nutzung bzw. der Zugangsmöglichkeit (z.B. frei zugänglich im Web; Zugriff für registrierte Nutzer der Bibliothek auch extern usw.) einschränken.
Bibliographische Datenbanken:
Quellentexte
Wörterbücher
Nachschlagewerke
Sonstige Hilfsmittel
Virtuelle Fachbibliothek
Lesesäle
Handbibliotheken zur Klassischen Philologie finden Sie in den Allgemeinen Lesesälen:
Haus Potsdamer Straße:
Signaturen HB 5 G - J
Haus Unter den Linden:
Signaturen HA 5 G - J
Die Bücher werden in beiden Häusern nach derselben Systematik aufgestellt.
Sie können im StaBiKat auch über die Lesesaal-Systematik navigieren.
- HA/HB 5 G: Klassische Philologie. Altertumswissenschaft
- HA/HB 5 H: Griechische Philologie
- HA/HB 5 J: Lateinische Philologie
In den Handbibliotheken zur Klassischen Philologie finden Sie
- einsprachige Wörterbücher
- wichtige Nachschlagewerke und Handbücher
- Werkausgaben bedeutender Autoren mit der zugehörigen Sekundärliteratur
- die wichtigsten Fachzeitschriften (weitere Zeitschriften befinden sich im Magazin und müssen bestellt werden)
Die zweisprachigen Wörterbücher aller Sprachen sind in den Handbibliotheken für Allgemeines (HA/HB 2 A) zu finden.
Bibliographien zur klassischen Philologie finden Sie in den Bibliographischen Handbibliotheken
Haus Potsdamer Straße:
HB 1 Mg - Mi
Haus Unter den Linden:
HA 1 Mg - Mi
Besonderheiten: An den genannten Standorten finden Sie auch Literatur zur mittellateinischen und mittelgriechischen Philologie. Hingegen sind die griechisch oder lateinisch schreibenden Philosophen in der HA oder HB 3 aufgestellt. Die kirchlichen Schriftsteller stehen ebenfalls in der HA bzw. HB 3 oder - insbesondere die spätantiken und mittelalterlichen Autoren in großer Dichte - im Handschriftenlesesaal. Die historischen Quellen in griechischer und lateinischer Sprache - soweit nicht der literarische Aspekt im Vordergrund steht - befinden sich in der HA oder HB 7 (Geschichte), die Rechtsquellen in der HA 10. Die Werkausgaben von Fachschriftstellern (insbesondere des Mittelalters und der frühen Neuzeit) finden Sie in den entsprechenden Handbibliotheken des Hauses Unter den Linden. Das Neugriechische (ab 1821) wird von der Osteuropa-Abteilung betreut; die dazugehörigen Lesesaalbestände befinden sich im Osteuropa-Lesesaal.
Kontakt
Für wissenschaftliche Fachinformation wenden Sie sich an:
Dr. Oliver Berggötz
Fachreferent für Klassische Philologie, Lesesaalreferent
E-Mail: Dr. Oliver Berggötz
Tel.: +49 30 266 433900
Vertretung: Dr. Christian Oesterheld
Anfragen zum Thema
Dienstleistungsumfang
- Wir informieren Sie zu allen Belangen der Bibliotheksbenutzung und helfen Ihnen beim Auffinden und bei der Benutzung der vielfältigen Angebote und Bestände der Staatsbibliothek.
- Wir unterstützen Sie bei der Literaturrecherche in Katalogen, Bibliographien und Datenbanken und nehmen aufgrund Ihrer Anfrage gegebenenfalls auch Einsicht in unsere Bestände.
- Unser Informationsangebot ist kostenlos und steht allen Interessierten zur Verfügung.
- Wir beantworten Ihre Fragen schnellstmöglich. Wenn die Bearbeitung innerhalb einer Woche nicht möglich ist, erhalten Sie von uns einen Zwischenbescheid. Informationen zu Reproduktionsmöglichkeiten in der Staatsbibliothek finden Sie auf der Seite Digitalisate und Reproduktionen.
- Bei umfangreichen Anfragen behalten wir uns die Überprüfung von maximal 10 Positionen vor.
- Nicht zu unserem Leistungsumfang zählen Literaturzusammenstellungen, Wertermittlungen, Transkriptionen und Übersetzungen, kommerzielle Empfehlungen sowie medizinische und juristische Beratung.





