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Bestandsaufbau

Grundsätze des Bestandsaufbaus / Fächerprofile: Geistes- und Sozialwissenschaften

Rechtswissenschaften

Die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz verfügt seit Jahrzehnten über einen ausgeprägten rechtswissenschaftlichen Schwerpunkt in der Erwerbung. Das aktuelle Erwerbungsprofil orientiert sich maßgeblich am Profil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Fachinformationsdienstes für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung, der Fachliteratur und Informationsressourcen vorrangig für den rechtswissenschaftlichen Spitzenbedarf zur Verfügung stellt. 

 

I. Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung

Über den Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung werden gedruckte und elektronische Informationsmittel insbesondere zu folgenden Teilgebieten der Rechtswissenschaft beschafft und überregional zur Verfügung gestellt:

 

1. Inhaltliche Kriterien

Grundlagenfächer, insbesondere

Rechtsgeschichte von überregionaler Bedeutung (keine Lokalstudien), Rechtsphilosophie, Rechtsethik, Rechtssoziologie, Rechtsanthropologie, Rechtstheorie, Critical Legal Studies, Juristische Methodenlehre, Rechtsvergleichung, Rechtsvereinheitlichung



Einzelne Rechtsgebiete mit internationalem Bezug, insbesondere


Völkerrecht und International Law, bestehend aus:
Grundlagen des Völkerrechts und Völkergewohnheitsrechts, Recht Internationaler Organisationen (z. B. UN, EU, WTO), Humanitäres Völkerrecht und Kriegsvölkerrecht, Menschenrechte, Völkerstrafrecht, Internationale Gerichtsbarkeit und Schiedsgerichtsbarkeit, weitere Teilgebiete wie z.B. internationales Wirtschaftsrecht, Umweltvölkerrecht, Weltraumrecht, Seerecht, internationales Arbeitsrecht u. ä.

Europarecht, bestehend aus:
Recht der Europäischen Union (Literatur zum Primär- und Sekundärrecht), Europa-Recht der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (im Kontext der Rechtsharmonisierung und Rechtsvereinheitlichung

Publikationen zu nationalem Recht mit Bezügen zu Internationalem Recht und Europarecht, z. B.:
Internationales und europäisches Privatrecht, internationales und europäisches Strafrecht, internationales und europäisches Prozessrecht, internationaler Rechtsverkehr, Internationales Verfassungsrecht

Recht der Religionsgemeinschaften, Gewohnheitsrecht

 

Interdisziplinäre Grenzbereiche der Rechtswissenschaft, insbesondere rechtswissenschaftliche Publikationen mit Bezug zu angrenzenden Fachdisziplinen:

Rechtskultur, Recht und Gesellschaft, Governance und Compliance, Recht und Weltwirtschaftsordnung, Ökonomische Analyse des Rechts, Recht und Globalisierung, Recht und Migration, Recht und Umwelt (Klimawandel, Biodiversität), Recht und Technik bzw. Technologie, Recht und Medizin, Recht und Lebenswissenschaften, Recht und Sprache bzw. Literatur, Recht und Kunst, Rechtsikonographie, Recht und Gender, Feministische Rechtstheorie

 

Nationales Recht, Rechtskreise (soweit sie dem inhaltlichen Profil des Fachinformationsdienstes zuträglich sind):

  • Recht Österreichs und der Schweiz: wobei auch hier bewusst auf die Sammlung von Werken zu hoch spezialisierten und rein dogmatischen Themenbereichen des Zivil-, Straf- und öffentlichen Rechts verzichtet wird
  • Recht Frankreichs, Italiens, der skandinavischen Länder und der Benelux-Staaten in sehr strenger Auswahl
  • Anglo-amerikanischer Rechtskreis: Rechtsentwicklungen der USA und Großbritanniens sowie – in abgeschwächter Sammelintensität – der übrigen Staaten des Commonwealth
  • Asien: besonderer Fokus auf China, Japan und Indien
  • Orient und Afrika: lediglich repräsentativer Ausschnitt, der sich im Wesentlichen auf wichtige Wirtschaftsnationen beschränkt
  • Naher und Mittlerer Osten und die islamischen Staaten: Verhältnis zwischen religiösem und nichtreligiösem Recht sowie wirtschaftsrechtliche Aspekte
  • Ostrechtsforschung: Konzentration auf die Nachbarländer Deutschlands sowie auf Russland, wobei für einzelne Forschungsprojekte im Bedarfsfall Rechtsliteratur aus anderen osteuropäischen Staaten beschafft werden kann.

 

2. Formale Kriterien

Sprache
Bevorzugt erworben werden Neuerscheinungen in englischer und deutscher Sprache. Ansonsten gilt das Originalsprachenprinzip (Erwerbung von Publikationen in derjenigen Sprache, in der sie zuerst erschienen sind).

Elektronische Informationsmittel
Der Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung bezieht in seine Erwerbungen verstärkt lizenzpflichtige elektronische Ressourcen ein – darunter juristische Volltext-, Fakten- und bibliographische Datenbanken sowie elektronische Zeitschriften. Alle elektronischen Ressourcen werden – in Abhängigkeit der vereinbarten Lizenzbedingungen – sowohl über die digitalen Rechercheinstrumente der Staatsbibliothek zu Berlin angeboten als auch über die Virtuelle Fachbibliothek Recht.

 

3. Verzicht

  • Forschungsliteratur aus bzw. zum Recht der Staaten der iberischen Halbinsel sowie Latein- und Südamerikas
  • Forschungsliteratur zu Kriminologie, Kriminalistik, Verwaltungs- und Kommunalwissenschaften
  • Werke zu hoch spezialisierten und rein dogmatischen Themengebieten nationaler Rechtssysteme
  • Nichtwissenschaftliche und populärwissenschaftliche Publikationen sowie Fachliteratur für den rein praktischen Gebrauch
  • Ausbildungs- und Studienliteratur (z. B. Fall- und Übungsbücher, Examens- und Seminararbeiten, Diskussionspapiere, Projektberichte u. Ä.)
  • Sonstige Publikationen zu nationalen Rechtssystemen, soweit kein Bezug zur Internationalisierung oder Europäisierung besteht

 

II. Erwerbungen zum Recht außerhalb des Fachinformationsdienstes

Zum Recht Deutschlands wird wissenschaftliche Literatur zu den wichtigsten Rechtsgebieten gesammelt, um unabhängig vom überregionalen Spitzenbedarf der internationalen und interdisziplinären Rechtsforschung eine lokale fachinformatorische Versorgung zu gewährleisten. Auf Material zu hochspezialisierten Teilgebieten des Zivil-, Straf- und öffentlichen Rechts wird auch hier verzichtet. Die Erwerbungstätigkeit konzentriert sich insbesondere auf Kommentarliteratur (vorrangig Kommentierungen zu bisher nicht behandelten oder besonders aktuellen Rechtsmaterialien), Kongress- und Tagungsbände, wichtige Gesetzes- und Entscheidungssammlungen sowie rein wissenschaftliche Zeitschriften. Lehr- und Handbücher werden nur dann beschafft, wenn diese einen erheblichen wissenschaftlichen Mehrwert bieten. Hochschulschriften (Dissertationen / Habilitationsschriften) müssen wenigstens Teile zur internationalen oder interdisziplinären Rechtsforschung enthalten.

Über das vorab beschriebene Profil des Fachinformationsdienstes hinaus erwerben die Sonderabteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin Materialien und Medien mit juristischen Inhalten, sofern diese dem Sammlungsprofil der einzelnen Sonderabteilung entsprechen und eine sinnvolle Ergänzung für das vertretene Fach bzw. die Region darstellen. Näheres ergibt sich aus den Profilen der Sonderabteilungen.

Verzicht

  • Forschungsliteratur aus bzw. zum Recht der Staaten der iberischen Halbinsel sowie Latein- und Südamerikas
  • Forschungsliteratur zu Kriminologie, Kriminalistik, Verwaltungs- und Kommunalwissenschaften
  • Werke zu hoch spezialisierten und rein dogmatischen Themengebieten nationaler Rechtssysteme
  • Nichtwissenschaftliche und populärwissenschaftliche Publikationen sowie Fachliteratur für den rein praktischen Gebrauch
  • Ausbildungs- und Studienliteratur (z. B. Fall- und Übungsbücher, Examens- und Seminararbeiten, Diskussionspapiere, Projektberichte u. Ä.)