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Osteuropa

Geschichte

Anfänge

Die ersten osteuropabezogenen Erwerbungen, zwei kroatische protestantische Drucke in glagolitischen, kyrillischen und lateinischen Lettern, gelangten schon 1562 in die Hausbibliothek des brandenburgischen Kurfürsten Joachim II. Bis ins 18. Jahrhundert wuchs der Bestand an osteuropäischer Literatur durch gelegentliche Geschenke und Käufe.

Systematischer Sammlungsaufbau

Seit der Gründung der Berliner Universität 1810 wurde die Anschaffung des Slavicabestandes planvoller betrieben. Im 19. Jahrhundert gingen zahlreiche polnischsprachige Drucke als Pflichtexemplare von Verlagen der polnischen Minderheit in Preußen bei der Bibliothek ein. 1856 konnten 49 serbische Handschriften, die Sammlung Vuk, erworben werden. 1874 wurde Vatroslav Jagić an den neu gegründeten Lehrstuhl für slawische Philologien nach Berlin berufen. Hier, wie auch später in Petersburg, machte er sich bezüglich des Rossicabestandes der Bibliothek verdient. Zwischen den beiden Weltkriegen gab es umfangreiche Tauschbeziehungen mit der Sowjetunion.

Entwicklung zur Sondersammlung

Nach 1945 sorgten die Deutsche Staatsbibliothek (DDR), gefördert durch den Kulturaustausch mit den osteuropäischen Ländern, und die 1950 gegründete Osteuropa-Abteilung der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz (BRD) für einen zielgerichteten Ausbau osteuroparelevanter Sammlungen. Mit der deutschen Wiedervereinigung wurden die lange Jahre getrennten Sammlungen wieder zusammengeführt.

DFG-Förderung  

Von 1998 bis 2015 betreute die Osteuropa-Abteilung mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den Ausbau des Sondersammelgebiets Slawische Sprachen, Literaturen und Volkskunde. Für eine zielgerichtete Nutzung dieses spezialisierten Informationsangebotes wurde das Slavistik-Portal aufgebaut. Seit 2016 wird an der Osteuropa-Abteilung der Fachinformationsdienst Slawistik durch die DFG gefördert. Ziel der Förderung ist die Versorgung der Spitzenforschung mit fachrelevanten Informationen, konventionellen und elektronischen Ressourcen sowie der Ausbau innovativer und umfassender Dienstleistungen für die Wissenschaft.

Der Ausbau der regionalkundlichen Sammlungen zu Osteuropa wird in bedeutendem Umfang weitergeführt.