Ausbildung

für den höheren Dienst an Wissenschaftlichen Bibliotheken: Bibliotheksreferendariat

Das Bibliotheksreferendariat bereitet auf den höheren Dienst an Wissenschaftlichen Bibliotheken des Bundes vor und qualifiziert dadurch für den Beruf des Wissenschaftlichen Bibliothekars / der Wissenschaftlichen Bibliothekarin. Wissenschaftliche Bibliothekarinnen und Bibliothekare verstehen sich als Informationsspezialisten und Experten für die Bewahrung, Erschließung und Vermittlung der kulturellen Tradition - es handelt sich um eine vielseitige Tätigkeit, die ein hohes Maß an wissenschaftlicher, technologischer und sozialer Kompetenz erfordert. Zu Beginn der Berufstätigkeit werden neben Fachreferats- und Verwaltungsaufgaben häufig Projekte übertragen; später können Leitungstätigkeiten hinzutreten.

Das Bibliotheksreferendariat dauert 24 Monate und wird parallel an der Staatsbibliothek (praktischer Teil) und am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (IBI) der Humboldt-Universität zu Berlin (theoretischer Teil) durchgeführt.
Während der Ausbildungszeit sind die Referendarinnen/Referendare Beamtinnen/Beamte auf Widerruf. Ein Anspruch auf Weiterbeschäftigung nach der Ausbildung besteht nicht.
Gesetzliche Grundlagen der Ausbildung sind die Verordnung über die Laufbahn, Ausbildung und Prüfung für den höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken des Bundes (LAP-hDBiblV) und die jeweils gültigen Prüfungsordnungen für Referendar:innen des Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin.
Während der praktischen Ausbildung in den Haupt- und Sonderabteilungen der Staatsbibliothek sollen vor allem Vertrautheit mit dem breiten Aufgabenspektrum der Bibliothek und Einsicht in das Zusammenwirken ihrer Organisationsbereiche, ein vertieftes Verständnis der grundlegenden Geschäftsprozesse sowie ein Eindruck der Kooperation der Staatsbibliothek mit ihren Partnern vermittelt werden, wobei projektorientiertes Arbeiten über den gesamten Ausbildungsverlauf hin einen Schwerpunkt darstellt. Weiterhin sind außerhalb des Hauses an anderen Einrichtungen des Bibliotheks- und Informationswesens im In- oder Ausland zu absolvierende Praktika im Gesamtumfang von acht Wochen vorgesehen.
Die Bibliotheksreferendare erwerben mit dem erfolgreichen Abschluss des Referendariats in Form einer Laufbahnprüfung die Befähigung für den höheren nichttechnischen Verwaltungsdienst des Bundes bzw. den Titel eines Bibliotheksassessors / einer Bibliotheksassessorin. Zusätzlich wird der akademische Grad Master of Arts (Library and Information Science) [M. A. (LIS)] erworben.

Die praktische Ausbildung an der Staatsbibliothek und die theoretische Ausbildung am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie die abschließende Laufbahnprüfung beruhen auf den nachfolgend aufgeführten gesetzlichen Grundlagen:

Die Referendarinnen und Referendare sind während der Ausbildung Beamtinnen und Beamte auf Widerruf. Die Einstellung erfolgt jeweils zum 1. Oktober durch den Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die Vergütung richtet sich nach der Besoldung für Anwärterinnen und Anwärter des höheren Dienstes, die in Anlage VIII des Bundesbesoldungsgesetzes festgesetzt ist.
Beamtinnen und Beamte unterliegen nicht der Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherungspflicht. Bei einer Übernahme in den Vorbereitungsdienst ist die freiwillige (Weiter-)Versicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse oder der Abschluss einer privaten Krankenversicherung zu empfehlen. Es besteht Versicherungspflicht in einer Pflegeversicherung. Beamtinnen und Beamte haben Anspruch auf Beihilfe zu Krankheitskosten nach der Bundesbeihilfeverordnung; weitere Informationen finden Sie hier.

Bewerberinnen und Bewerber müssen über einen sehr guten oder guten Studienabschluss, sehr gute IT- und Fremdsprachenkenntnisse sowie ein ausgeprägtes Interesse an IT-basierten Bibliotheksdienstleistungen und wissenschaftlicher Fachinformation verfügen. Vertrautheit mit dem Berufsbild der Wissenschaftlichen Bibliothekarin / des Wissenschaftlichen Bibliothekars und mit den Aufgaben Wissenschaftlicher Bibliotheken wird vorausgesetzt. Erwünscht ist ein interdisziplinärer fachlicher Horizont. Erfahrungen im Bibliotheks- oder Informationswesen sind von Vorteil. Zudem sind Dienstleistungsorientierung, Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie Organisationsgeschick Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung als Bibliotheksreferendarin oder Bibliotheksreferendar.

Darüber hinaus sind die formalen Einstellungsvoraussetzungen:

  • Erfüllen der persönlichen Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis nach § 7 des Bundesbeamtengesetzes (BBG)
  • Abschluss eines für den höheren nichttechnischen Verwaltungsdienst an Wissenschaftlichen Bibliotheken des Bundes geeigneten, mindestens dreijährigen Studiums, das mit einer wissenschaftlichen Hochschulprüfung (Master oder Äquivalent) oder einem Staatsexamen beendet wurde. Außerhalb des Geltungsbereiches der Bundeslaufbahnverordnung erworbene Hochschulabschlüsse können anerkannt werden, wenn sie gleichwertig sind

Die Staatsbibliothek zu Berlin schreibt in der Regel einmal pro Jahr mehrere Referendariatsstellen aus. Die Ausschreibung, in der Sie alle erforderlichen Angaben finden, wird erfahrungsgemäß Anfang des Jahres auf den Internetseiten der Staatsbibliothek unter der Rubrik Stellenangebote bzw. auf den Internetseiten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz unter der Rubrik Karriere veröffentlicht. Bitte beachten Sie, dass hier besonders erwünschte Fächer, Fächerkombinationen oder Zusatzqualifikationen genannt sein können. Die nächste Ausschreibung erfolgt wahrscheinlich im Februar 2022 für einen Ausbildungsbeginn am 1. Oktober 2022. Bei der Vergabe der zur Verfügung stehenden Plätze werden Bewerberinnen und Bewerber vorrangig berücksichtigt, die nach einem erfolgreich abgeschlossenen Hochschulstudium noch nicht über eine für den höheren Bibliotheksdienst geeignete berufsvorbereitende Qualifikation verfügen. Weitere Informationen zum Bibliotheksreferendariat an der Staatsbibliothek erhalten Sie von der Ausbildungsleitung.

Als zweite Ausbildungsbibliothek der Stiftung Preußischer Kulturbesitz stellt das Ibero-Amerikanische Institut Preußischer Kulturbesitz i.d.R. jährlich einen Bibliotheksreferendar bzw. eine Bibliotheksreferendarin ein.

Neben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bildet eine Reihe von Bundesländern regelmäßig Bibliotheksreferendare und -referendarinnen aus (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. In Sachsen und Thüringen wird ein im Ablauf analoges, aber privatrechtlich ausgestaltetes Bibliotheksvolontariat angeboten. Die theoretische Ausbildung erfolgt je nach Bundesland entweder an der Bibliotheksakademie Bayern in München oder praxisbegleitend am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin.

Eine Übersicht finden Sie auf der Internetseite des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare.

Gastreferendar:innen anderer Bibliotheken bewerben sich bitte bei der Ausbildungsleitung für das Bibliotheksreferendariat:

Dr. Ulrike Reuter
Tel. +49 30 266 433151
Ausbildungsleitung

Für eine aussichtsreiche Bewerbung senden Sie bitte möglichst frühzeitig eine elektronische Bewerbung mit folgenden Unterlagen:

  • Anschreiben
  • tabellarischem Lebenslauf
  • Zeugnisse
  • Pflichtpraktikumsbescheinigung
  • Angabe Ihrer Interessenschwerpunkte