Karten

Aktuelles


Ausstellung Urban Organisms

In ihrem unkrautbasierten städtischen Farblabor, dem Urban Ink Lab, sammelt Käthe Wenzel mikrolokale Pflanzen und Materialien und entwickelt daraus farbige Material-Aufnahmen von Orten: Farb-Charts, die abstrakten Gemälden ähneln, und die Farbe und den Ort auf besondere Weise verbinden. Dieses Vorgehen ist der Vermessung (Datenaufnahme von Orten) und der Kartographie (Visualisierung) vergleichbar. 

Vom 12.09.2026 bis zum 18.11. 2026 ist ihre Ausstellung im Lesesaal „Karthago“ zu sehen. Mit ihren Instrumentarien erkundet (und kapert) Wenzel städtische Orte in Berlin und macht sie durch die Linse mikrolokaler Farben sichtbar; Kaethe Wenzel arbeitet an den Rändern des urbanen Alltags, auf Stadtbrachen und mit städtischen Systemen, im Gespräch mit der Umwelt und anderen Spezies. Unterwegs in städtischen Landschaften und Queer Ecologies, mit der Botanik-App im Gepäck, umrundet sie Schnittstellen von Kunst und Wissenschaft und die Herstellung und Verhandlung von öffentlichem Raum, immer die soziale Veränderbarkeit und Transformation von urbanem Zusammenleben im Blick.

Käthe Wenzel ist Professorin für Ästhetische Praxis an der Europa Universität Flensburg.

Für den Zugang zur Ausstellung melden sich Besucher:innen bei der Einlasskontrolle im Bibliotheksgebäude Unter den Linden und geben als Ziel diese Ausstellung an (Gepäck und Überbekleidung bitte einschließen).


Siehe auch Blog SBB-Aktuell Karten

Ab sofort befinden sich in der Kategorie "KARTEN - Aktuelles aus der Kartenabteilung und dem FID Karten" kartographie-relevante Beiträge der Staatsbibliothek.


Geographisch-Kartographischer Kalender 2027

Kartenprojektionen

Das Thema Kartenprojektionen scheint nur auf den ersten Blick ein ausschließlich mathematisch-kartographisches zu sein. 
Da eine Kugeloberfläche nicht ohne Weiteres in einer Ebene dargestellt werden kann, treten bei ihrer kartographischen Wiedergabe stets Verzerrungen auf. Ein Kartennetzentwurf kann dabei längen-, winkel- oder flächentreu sein. Je nach Zweck der Karte wird einer dieser Eigenschaften der Vorzug gegeben oder ein vermittelnder Entwurf angewandt. Zudem können verschiedene Punkte der Erdoberfläche in die Mitte der Karte gerückt werden. Zusammen mit der gewählten Darstellung und ihren Verzerrungen können so subtil einzelne Regionen hervorgehoben und andere an den Rand gedrängt werden. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Mercator-Projektion, die im 16. Jahrhundert für die Seefahrt entwickelt wurde und bis heute für die Navigation verwendet wird. Allerdings wurde und wird sie oft für Weltkarten verwendet, die gar nichts mit ihrem speziellen Zweck zu tun haben. Da auf ihr Regionen in höheren nördlichen oder südlichen geographischen Breiten stark vergrößert abgebildet werden, erscheinen beispielsweise Europa und Nordamerika im Vergleich zu Afrika deutlich größer und damit bedeutender. 
Die erste Anleitung zur Gradnetzkonstruktion in der Ebene stammt von dem antiken Gelehrten Claudius Ptolemäus, der einen echten und einen unechten Kegelentwurf beschrieb. Ab der Renaissance verstärkte sich der mathematische Zugang zur Kartographie wieder und mit der europäischen Expansion und speziell nach Magellans Erdumsegelung richteten sich die Blicke auf die gesamte Erdoberfläche. Es entstanden eine Vielzahl neuer Versuche die Kugelgestalt der Erde zu verebnen. Zwölf Beispiele aus der Zeit von der Antike bis ins frühe 20. Jahrhundert wurden für diesen Kalender ausgewählt.

Der Kalender ist im Buchhandel erhältlich.