Handschriften und Historische Drucke

Als Aldinen bezeichnet man die Drucke, die aus der Offizin der venezianischen Buchdruckerfamilie Manutius seit etwa 1489 hervorgegangen sind.

Die Drucke von Aldus d. Ä. stellen in mehrfacher Hinsicht einen frühen Höhepunkt in der Buchdruckergeschichte dar. Seine Ausgaben zeichnen sich durch Korrektheit und geschmackvolle Ausstattung aus. Man zählt unter ihnen 28 erste Ausgaben griechischer und römischer Klassiker. Andere enthalten aus Manuskripten kritisch berichtigte Texte. Das gilt besonders für neuere italienische Dichter, zum Beispiel Dante, Petrarca, Boccaccio. Aldus arbeitete auch ständig an der ästhetischen Verschönerung seiner Drucktypen. Von griechischen Typen, mit welchen vor ihm noch niemand so viel und so schön gedruckt hatte, ließ er nach und nach neun Varianten, von den lateinischen 14 fertigen.

Die in der Staatsbibliothek vorhandenen 800 Drucke in 1.088 Bänden des Aldus und seiner Nachfolger aus dem 16. Jahrhundert stellen eine der größten Sammlungen ihrer Art dar. In ihr sind vorwiegend Texte griechischer und römischer Autoren enthalten. Sie stammen in der Hauptsache aus der Bibliothek des Grafen Etienne Méjan (1765–1846), die König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen 1847 für 64.000 Taler gegen die harte Konkurrenz des Britischen Museums, des Königs von Bayern sowie finanzkräftiger englischer Bibliotheken und Antiquare erwarb und der Königlichen Bibliothek übergab. Nicht vorrangig der Inhalt, sondern die Erlesenheit der Ausgabe bestimmte die Sammeltätigkeit des Grafen Méjan. Er hatte zudem seine Bücher von den berühmtesten Pariser Buchbindern seiner Zeit, von Bozérian, Motet, Simier, Thouvenin und anderen, binden lassen, so dass sich anhand vieler auf dem Rücken signierter Einbände der Aldinen auch ein Stück Geschichte der französischen Buchbinderkunst im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts belegen lässt.

Diese Sammlung umfasst 800 Objekte.

(Teil-)Digitalisiert:

Ja

Thema

Buchwesen, Fachübergreifende Sammlungen, Geschichte

Sprache

Übergreifend

Region

Übergreifend

Material

Druckschriften, Einbände

Zeit

1450-1600, 1600-1700

Abteilung

Handschriften und Historische Drucke

Nachgewiesen in

StaBiKat
SBB16 - Drucke des 16. Jahrhunderts im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin
Gesamtkatalog der Wiegendrucke
(Aldus Maunitus im Gesamtkatalog der Wiegendrucke)

Benutzung

Rara-Lesesaal

Kontakt

Andreas Wittenberg
Michaela Scheibe

Mehr zum Thema

Im Zeichen von Anker und Delphin : die Aldinen-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin / [Red.: Karla Faust]. - Leipzig : Faber & Faber, 2005. - 239 S. : Ill.
Rezension der Veröffentlichung beim Bibliotheks-Service-Zentrum Baden-Württemberg
Rezension der Veröffentlichung bei der Universität Wien

Die Aldinen. In: Ex Bibliotheca Regia Beronlinensis. - Wiesbaden, 2000, S. 142-145

Als Aldinen bezeichnet man die Drucke, die aus der Offizin der venezianischen Buchdruckerfamilie Manutius seit etwa 1489 hervorgegangen sind.

Die Drucke von Aldus d. Ä. stellen in mehrfacher Hinsicht einen frühen Höhepunkt in der Buchdruckergeschichte dar. Seine Ausgaben zeichnen sich durch Korrektheit und geschmackvolle Ausstattung aus. Man zählt unter ihnen 28 erste Ausgaben griechischer und römischer Klassiker. Andere enthalten aus Manuskripten kritisch berichtigte Texte. Das gilt besonders für neuere italienische Dichter, zum Beispiel Dante, Petrarca, Boccaccio. Aldus arbeitete auch ständig an der ästhetischen Verschönerung seiner Drucktypen. Von griechischen Typen, mit welchen vor ihm noch niemand so viel und so schön gedruckt hatte, ließ er nach und nach neun Varianten, von den lateinischen 14 fertigen.

Die in der Staatsbibliothek vorhandenen 800 Drucke in 1.088 Bänden des Aldus und seiner Nachfolger aus dem 16. Jahrhundert stellen eine der größten Sammlungen ihrer Art dar. In ihr sind vorwiegend Texte griechischer und römischer Autoren enthalten. Sie stammen in der Hauptsache aus der Bibliothek des Grafen Etienne Méjan (1765–1846), die König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen 1847 für 64.000 Taler gegen die harte Konkurrenz des Britischen Museums, des Königs von Bayern sowie finanzkräftiger englischer Bibliotheken und Antiquare erwarb und der Königlichen Bibliothek übergab. Nicht vorrangig der Inhalt, sondern die Erlesenheit der Ausgabe bestimmte die Sammeltätigkeit des Grafen Méjan. Er hatte zudem seine Bücher von den berühmtesten Pariser Buchbindern seiner Zeit, von Bozérian, Motet, Simier, Thouvenin und anderen, binden lassen, so dass sich anhand vieler auf dem Rücken signierter Einbände der Aldinen auch ein Stück Geschichte der französischen Buchbinderkunst im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts belegen lässt.

Diese Sammlung umfasst 800 Objekte.

(Teil-)Digitalisiert:

Ja

Thema

Buchwesen, Fachübergreifende Sammlungen, Geschichte

Sprache

Übergreifend

Region

Übergreifend

Material

Druckschriften, Einbände

Zeit

1450-1600, 1600-1700

Abteilung

Handschriften und Historische Drucke

Nachgewiesen in

StaBiKat
SBB16 - Drucke des 16. Jahrhunderts im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin
Gesamtkatalog der Wiegendrucke
(Aldus Maunitus im Gesamtkatalog der Wiegendrucke)

Benutzung

Rara-Lesesaal

Kontakt

Andreas Wittenberg
Michaela Scheibe

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Im Zeichen von Anker und Delphin : die Aldinen-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin / [Red.: Karla Faust]. - Leipzig : Faber & Faber, 2005. - 239 S. : Ill.
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Rezension der Veröffentlichung bei der Universität Wien

Die Aldinen. In: Ex Bibliotheca Regia Beronlinensis. - Wiesbaden, 2000, S. 142-145